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Börse & Grundlagen

Ordertypen erklärt: Market, Limit, Stop-Loss und Trailing Stop

· Redaktion Online-Handelsplattformen

Hand tippt auf ein Tablet mit Kurschart und Orderbuch für die Eingabe einer Wertpapierorder

Eine Market-Order kauft oder verkauft sofort zum nächsten verfügbaren Kurs, eine Limit-Order nur zu Ihrem Preis oder besser. Stop-Orders und Trailing Stops lösen erst aus, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird, und werden dann zu einer Market- oder Limit-Order.

Kurz zusammengefasst

Die wichtigsten Ordertypen sind Market-Order (Ausführung sofort, Preis offen), Limit-Order (Preis festgelegt, Ausführung offen), Stop-Order (löst bei Erreichen eines Kurses aus) und Trailing Stop (Stop-Kurs wandert automatisch mit). Jeder Typ löst ein anderes Problem und hat ein eigenes Risiko: Bei Market-Orders ist es der Preis, bei Limit-Orders die Nichtausführung, bei Stop-Orders ein ungünstiger Ausführungskurs bei Kurssprüngen.

Was ist eine Market-Order?

Eine Market-Order ist ein Auftrag, ohne Preisgrenze sofort zum bestmöglichen verfügbaren Kurs zu handeln. Sie bekommen fast immer eine Ausführung, aber der Preis kann vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen. Bei liquiden Werten mit engem Spread ist das meist unkritisch, bei dünnem Handel oder in Phasen hoher Schwankung (siehe Volatilität) kann der Preis spürbar abweichen.

Im Marktmodell mit Market Makern, etwa bei vielen Anbietern außerbörslicher Plattformen, wird die Order zu dem Preis ausgeführt, den der Market Maker im Moment des Auftragseingangs stellt. Die Preisabweichung ist dann im Spread bereits enthalten.

Was ist eine Limit-Order?

Eine Limit-Order legt eine Preisgrenze fest: Beim Kauf darf maximal dieser Preis gezahlt werden, beim Verkauf muss mindestens dieser Preis erzielt werden. Das schützt vor unerwarteten Ausführungskursen. Der Preis dafür ist die Unsicherheit: Wird das Limit nicht erreicht, wird die Order nicht ausgeführt.

Ein Beispiel: Ein ETF-Anteil wird mit 99,80 Euro (Geld) zu 100,00 Euro (Brief) angezeigt. Eine Kauforder mit Limit 99,90 Euro wird erst ausgeführt, wenn ein Verkäufer bereit ist, zu diesem Preis zu verkaufen. Setzen Sie das Limit auf 100,00 Euro, ist die Ausführung sehr wahrscheinlich, und Sie zahlen nicht mehr als den Briefkurs. Teilausführungen sind möglich: Wenn nur ein Teil der Stückzahl zum Limit verfügbar ist, bleibt der Rest offen oder verfällt, je nach Orderzusatz.

Wie funktionieren Stop-Loss und Stop-Buy?

Eine Stop-Loss-Order liegt zunächst im System und wird erst aktiv, wenn der Kurs den Stop-Kurs erreicht oder unterschreitet. Danach wird sie als Market-Order (Stop-Market) oder als Limit-Order (Stop-Limit) ausgeführt. Die Stop-Market-Variante führt fast immer aus, kann aber weit unter dem Stop-Kurs landen. Die Stop-Limit-Variante begrenzt den Preis, kann aber unausgeführt bleiben, wenn der Kurs durch das Limit „durchrutscht“.

Das ist die wichtigste Entscheidungsregel: Wer unbedingt aussteigen will, nimmt Stop-Market und akzeptiert Preisrisiko. Wer einen Mindestpreis sichern will, nimmt Stop-Limit und akzeptiert, eventuell im Papier zu bleiben. Ein Stop-Buy funktioniert spiegelbildlich und kauft, wenn ein Kurs nach oben durchbrochen wird.

Wichtiger Hinweis

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag erklärt Orderarten, er empfiehlt weder Käufe noch Verkäufe. Stop-Orders sind keine Verlustgarantie. Bei Kurssprüngen, etwa nach Unternehmensnachrichten über Nacht, kann die Ausführung deutlich unter dem Stop-Kurs liegen. Wertpapiere können bis zum Totalverlust an Wert verlieren.

Was ist ein Trailing Stop?

Ein Trailing Stop ist ein Stop-Kurs, der dem Kurs in einem festen Abstand folgt, aber nur in eine Richtung. Bei einem Verkaufs-Trailing-Stop von 5 Prozent liegt der Stop-Kurs immer 5 Prozent unter dem bisher erreichten Höchstkurs seit Ordererteilung. Steigt der Kurs, zieht der Stop mit, fällt der Kurs, bleibt der Stop stehen.

Der Vorteil: Gewinne werden nicht vollständig durch einen zu niedrig angesetzten Stop gefährdet. Der Nachteil: Ein zu enger Abstand löst bei normalen Schwankungen aus, ein zu weiter Abstand schützt kaum. Nicht jeder Handelsplatz bietet Trailing Stops an; oft laufen sie beim Broker und gelten nur, solange die Order im System des Brokers aktiv ist. Das Verhalten außerhalb der Handelszeiten sollten Sie vor Nutzung in den Bedingungen Ihres Brokers nachlesen.

Welcher Ordertyp passt wann? Vergleich im Überblick

Die Wahl hängt von Ziel und Marktlage ab. Die Tabelle fasst die Eigenschaften zusammen.

Ordertyp Preis Ausführung Typisches Risiko
Market-Order Offen Sofort Ausführung zu ungünstigem Preis bei dünnem Handel
Limit-Order Festgelegt Nicht garantiert Order bleibt unausgeführt
Stop-Market Offen nach Auslösung Nach Auslösung sofort Kurslücke: Ausführung weit unter Stop
Stop-Limit Limit nach Auslösung Nach Auslösung nicht garantiert Order bleibt trotz Auslösung offen
Trailing Stop Folgt dem Kurs Nach Auslösung wie Stop Zu enger Abstand löst zu früh aus

Für Einsteiger ist die Limit-Order die kontrollierteste Wahl. Market-Orders kommen eher bei sehr liquiden Papieren in Betracht, Stop-Orders erfordern ein Verständnis für Kurslücken. Bei Handelsplätzen mit Market Makern gibt es oft zusätzlich die „Quote Request“: Sie fragen einen verbindlichen Preis für eine feste Stückzahl an und können ihn für wenige Sekunden annehmen. Mehr zu Handelsplätzen bietet die Seite zu Xetra.

Praxis-Tipp aus der Redaktion

Setzen Sie bei wenig gehandelten Papieren und bei ETFs auf Auslandsindizes bevorzugt eine Limit-Order und orientieren Sie sich am angezeigten Geld- und Briefkurs. Ein Limit knapp über dem Briefkurs beim Kauf wird meist ausgeführt und schützt trotzdem vor einem Ausreißer. Prüfen Sie im Orderformular außerdem immer die Gültigkeit: „Gültig bis Tagesende“ verfällt am Abend, „Gültig bis Datum“ kann über Wochen offen bleiben und Sie später überraschen.

Welche Fehler passieren bei Orders am häufigsten?

In der Praxis entstehen die meisten Orderfehler nicht durch fehlendes Wissen über Ordertypen, sondern durch Eingabefehler und Voreinstellungen. Ein typischer Fall ist die falsche Stückzahl oder ein falsch gesetztes Komma im Limit: Ein Kauflimit von 1.000 statt 100 Euro führt dazu, dass die Order sofort zum Marktpreis ausgeführt wird. Die Bestätigungsmaske vor der Freigabe ist deshalb kein Formalismus, sondern die letzte Kontrolle.

Ein zweiter Fehler betrifft die Gültigkeit. Wer eine Limit-Order „bis auf Weiteres“ offen lässt und den Markt aus den Augen verliert, erhält später eine Ausführung zu einem Kurs, der nicht mehr zur eigenen Einschätzung passt. Bei Stop-Orders kommt hinzu, dass Handelsplätze unterschiedliche Regeln für Auslösung und Ausführung haben und eine Stop-Order an einem Platz nicht an anderen Plätzen ausgelöst wird.

Drittens verwechseln Anleger den angezeigten Kurs mit dem Ausführungskurs. Der angezeigte Kurs ist oft der letzte Abschluss, der tatsächliche Kauf erfolgt zum aktuellen Briefkurs. Bei breiten ETFs ist die Differenz meist klein, bei Einzelwerten mit wenig Umsatz kann sie mehrere Prozent betragen. Kontrollieren Sie daher vor der Freigabe, welche Preise im Moment gestellt werden, und nutzen Sie bei Unsicherheit ein Limit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Market-Orders führen sofort aus, der Preis ist aber nicht garantiert.
  • Limit-Orders sichern den Preis, aber nicht die Ausführung.
  • Stop-Orders lösen bei Erreichen des Stop-Kurses aus und können bei Kurssprüngen deutlich schlechter ausgeführt werden.
  • Ein Trailing Stop folgt dem Kurs nur in eine Richtung und bleibt bei Rückgängen stehen.
  • Prüfen Sie vor jeder Order Ordertyp, Limit, Stückzahl und Gültigkeit.

Häufige Fragen

Welcher Ordertyp ist für Anfänger am besten?

Die Limit-Order ist am übersichtlichsten, weil sie den maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis festlegt. Eine Anlageempfehlung ist das nicht.

Schützt ein Stop-Loss vor Verlusten?

Nur eingeschränkt. Bei Kurssprüngen oder Handelspausen kann die Ausführung weit unter dem Stop-Kurs liegen.

Was kostet ein Ordertyp zusätzlich?

Viele Broker berechnen für Limit- oder Stop-Orders Zusatzentgelte oder erlauben sie nur an bestimmten Handelsplätzen. Das steht im Preis- und Leistungsverzeichnis des Brokers.

Wie lange gilt eine Order?

Das legen Sie über die Gültigkeit fest, etwa Tagesende, ein bestimmtes Datum oder bis zum Monatsende. Der Broker nennt die maximal mögliche Dauer.

Quellen

Stand: Oktober 2026

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