Kurz erklärt: Volatilität misst, wie stark der Kurs eines Wertpapiers um seinen Mittelwert schwankt, meist als annualisierte Standardabweichung der Renditen in Prozent angegeben.
Hohe Volatilität heißt: große Ausschläge nach oben und unten. Niedrige Volatilität heißt: ruhigere Kursverläufe. Mit Gewinn oder Verlust sagt das noch nichts aus, die Zahl beschreibt nur die Schwankungsbreite.
Historisch und implizit
Die historische Volatilität wird aus vergangenen Kursen berechnet. Die implizite Volatilität leitet sich aus Optionspreisen ab und spiegelt die erwartete Schwankung. Der VIX gilt als bekannter Index dafür, den S&P 500 betreffend; für den europäischen Markt ist es der VSTOXX.
Ein Beispiel
Eine jährliche Volatilität von 20 % bedeutet, dass sich der Kurs in rund zwei Dritteln der Fälle innerhalb von ±20 % um den Erwartungswert bewegt, wenn man eine Normalverteilung annimmt. Reale Märkte weichen davon ab und zeigen häufiger extreme Bewegungen.
Warum sie wichtig ist
- Sie fließt in die Preisbildung von Optionen ein.
- Sie hilft, Stop-Abstände und Positionsgrößen zu bestimmen.
- Sie gehört zu den Risikokennzahlen bei Fonds und ETFs.
Hohe Volatilität bedeutet nicht automatisch hohes Risiko eines dauerhaften Verlusts, sie erschwert jedoch das Durchhalten, wenn das Depot zwischenzeitlich stark im Minus liegt. Wer einen langen Anlagehorizont hat, betrachtet Schwankungen anders als jemand, der in einem Jahr Geld braucht.
Eine andere Kennzahl ist der maximale Rückgang (Maximum Drawdown), der den größten Verlust vom Hoch bis zum Tief beschreibt. Er ergänzt die Volatilität, weil er die tatsächliche Verlusterfahrung zeigt, nicht nur die statistische Streuung.
Zur Einordnung: Historisch lag die jährliche Volatilität breiter Aktienindizes meist zwischen 12 und 25 %, in Krisenjahren darüber. Einzelaktien schwanken im Schnitt stärker als Indizes, weil sich Schwankungen verschiedener Werte teilweise ausgleichen.
Quelle: Deutsche Börse: VSTOXX und Volatilitätsindizes · Stand: Oktober 2026