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Deutschland

Xetra

Kurz eingeordnet: Xetra ist das vollelektronische Handelssystem der Deutschen Börse für Aktien und ETFs und gilt als wichtigster deutscher Handelsplatz für börsengehandelte Fonds; es läuft auf der Technik T7.

Steckbrief Xetra
BetreiberDeutsche Börse AG
SitzFrankfurt am Main
Start28. November 1997 (löste das Vorgängersystem IBIS ab); Technik T7 seit 19. Juni 2017
HandelszeitenHauptsitzung Montag bis Freitag 9:00–17:30 Uhr MEZ/MESZ (Eröffnungsauktion vor 9:00, Schlussauktion ab 17:30); seit 1. Dezember 2025 zusätzlich Xetra Retail Service für Privatanleger 8:00–22:00 Uhr
Gehandelte ProdukteAktien, ETFs, ETCs, ETNs und Active ETFs
AufsichtHandelsüberwachungsstelle, hessische Börsenaufsichtsbehörde (Wirtschaftsministerium) und BaFin
MarktmodellVollelektronischer Handel mit Orderbuch und Auktionen; Designated Sponsors stellen verbindliche Kurse

Vom Parkett zum Zentralrechner

Als Xetra am 28. November 1997 an den Start ging, ersetzte es das ältere Computersystem IBIS und machte den Börsenhandel in Frankfurt endgültig unabhängig vom Parkett. Der Name steht für Exchange Electronic Trading. Seit dem 19. Juni 2017 läuft der Handel auf der Plattform T7, die die Deutsche Börse auch an andere Börsen weitergibt, etwa nach Wien.

Die Zentralrechner stehen in Frankfurt am Main. Wer von „der Frankfurter Börse“ spricht, meint im Alltag oft Xetra, obwohl es in Frankfurt zusätzlich den Parketthandel mit Spezialisten gibt. Beide Handelsformen gehören rechtlich zur Frankfurter Wertpapierbörse, funktionieren aber unterschiedlich.

So läuft ein Handelstag ab

Die Hauptsitzung läuft an Börsentagen von 9:00 bis 17:30 Uhr deutscher Zeit und wird von Auktionen eingerahmt: Die Eröffnungsauktion endet kurz vor 9:00 Uhr, die Schlussauktion beginnt um 17:30 Uhr. Seit dem 1. Dezember 2025 können Privatanleger über den Xetra Retail Service zusätzlich von 8:00 bis 22:00 Uhr handeln. Rund um diese Zeitpunkte bündeln sich Aufträge, weshalb sich Kurse dort häufig besonders sprunghaft bewegen.

Im Orderbuch treffen Kauf- und Verkaufsaufträge nach Preis und Zeit aufeinander. Damit Titel mit wenig Umsatz handelbar bleiben, stellen Designated Sponsors verbindliche An- und Verkaufspreise. Gegen Ausreißer greifen Schutzmechanismen: Volatilitätsunterbrechungen, die Market-Order-Unterbrechung und die Liquiditätsunterbrechung stoppen den Handel kurz und führen eine Auktion herbei.

Gehandelt werden vor allem Aktien und börsengehandelte Fonds. Bei ETFs ist Xetra für viele Anleger der Referenzplatz, weil sich dort die meisten Produkte mit hohem Volumen bündeln.

Xetra im Vergleich zu anderen Plätzen

Anders als bei Tradegate oder gettex stellt auf Xetra kein einzelner Market Maker jede Order gegen den eigenen Bestand. Preise entstehen im offenen Orderbuch. Das kann bei sehr liquiden Werten engere Spannen bedeuten, bei Nebenwerten dagegen größere. Ob eine Order dort ausgeführt wird, entscheidet allerdings Ihr Broker oder Ihr Depot; manche Anbieter leiten Aufträge standardmäßig an andere Plätze.

Aufgesehen wird der Handel von der Handelsüberwachungsstelle, der hessischen Börsenaufsicht und der BaFin. Für die Einordnung nahe verwandter Einträge lohnt der Blick auf die Börse Frankfurt mit ihrem Spezialistenmodell sowie auf die Plätze der außerbörslichen Konkurrenz.

Für die Praxis lohnt ein Blick auf die Ausführungsrichtlinie Ihres Brokers. Sie legt fest, ob eine Order standardmäßig an Xetra, an einen Market-Maker-Platz oder an einen Handelsplatz mit Kostenvorteil geht. Gerade bei Sparplänen spielt die Wahl des Platzes eine Rolle, weil Ausführungszeitpunkt und Spread sich über Jahre summieren. Ein Anspruch auf den besten Preis aller Plätze besteht nicht automatisch; entscheidend ist die Best-Execution-Politik, die der Broker offenlegen muss. Wer Kosten prüft, sollte neben Ordergebühren auch Fremdspesen und Spreads vergleichen.

Für wen passt das?

  • Anleger, die ETFs mit hohem Handelsvolumen im offenen Orderbuch handeln wollen
  • Alle, die wissen möchten, auf welchem Platz ihr Broker standardmäßig ausführt
  • Leser, die den Unterschied zwischen Auktion und Market-Maker-Handel verstehen wollen