Kurz eingeordnet: Nasdaq Nordic bündelt die Börsen in Stockholm, Kopenhagen, Helsinki, Island und im Baltikum unter dem Dach der Nasdaq, Inc.; Hauptindex ist der OMX Nordic 40.
| Betreiber | Nasdaq AB (Tochtergesellschaft der Nasdaq, Inc.), zuvor OMX AB |
|---|---|
| Börsenplätze | Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Island, Tallinn, Riga und Vilnius |
| Handelszeiten (Hauptmarkt) | Stockholm 9:00–17:30 Uhr MEZ/MESZ, Kopenhagen 9:00–17:00 Uhr MEZ/MESZ, Helsinki 10:00–18:30 Uhr Ortszeit EET (= 9:00–17:30 Uhr deutsche Zeit) |
| Segmente | Nordischer Markt, Baltischer Markt, First North (alternativer Markt für kleinere Unternehmen) |
| Benchmark-Index | OMX Nordic 40 |
| Zugehörigkeit zur Nasdaq | Seit Februar 2008 |
Aus OM wurde Nasdaq Nordic
Die Vorläufergesellschaft OM AB wurde in den 1980er-Jahren in Schweden gegründet, um standardisierte Optionskontrakte einzuführen. Durch die Fusion mit der Helsinki Stock Exchange (HEX) entstand 2003 OM HEX, die 2004 in OMX umbenannt wurde. Seit Februar 2008 gehört das Unternehmen zur Nasdaq. Die juristische Person heißt seit 2015 Nasdaq AB.
Nasdaq Nordic ist daher kein einzelner Börsenplatz, sondern ein Name für die Handelsplätze in der Region.
Zeiten und Struktur
Seit Oktober 2006 gibt es eine gemeinsame nordische Aktienliste. Die Hauptmärkte laufen an eigenen Zeiten: Stockholm von 9:00 bis 17:30, Kopenhagen von 9:00 bis 17:00 mitteleuropäischer Zeit, Helsinki von 10:00 bis 18:30 Uhr Ortszeit, was in deutscher Zeit 9:00 bis 17:30 Uhr entspricht. In Kopenhagen werden die letzten fünf Minuten ohne Orderabgleich geführt.
Unter den Segmenten ist First North für kleinere Wachstumsunternehmen eine Alternative zu den Hauptmärkten. Dort gelten weniger strenge Regeln, was Chancen und Risiken erhöht.
Einordnung
Für deutsche Anleger ist wichtig: Nordische Aktien notieren in Schwedischen Kronen, Dänischen Kronen oder Euro (Finnland). Das führt zu Währungsrisiken, die bei einem DAX-Investment entfallen. Die Aufsicht liegt bei den nationalen Behörden der jeweiligen Länder, nicht bei einer gemeinsamen Börsenaufsicht; die ausgewertete Quelle nennt sie nicht ausdrücklich.
Nasdaq Nordic beteiligt sich außerdem an EuroCTP, einem Gemeinschaftsunternehmen von 14 Börsen für eine standardisierte europäische Datenbasis. Im Vergleich mit Euronext oder Xetra ist der nordische Verbund stärker regional geprägt.
Bei nordischen Aktien lohnt außerdem ein Blick auf die Börsenzeit-Unterschiede zu Helsinki: Dort läuft der Handel aufgrund der Zeitzone eine Stunde später, in deutscher Zeit aber gleichzeitig mit Stockholm. Ein weiteres Detail ist die Mischung der Währungen. Finnische Aktien notieren in Euro, schwedische in Kronen, dänische in dänischen Kronen. Wer ETFs auf nordische Indizes erwägt, sollte außerdem die Branchenschwerpunkte betrachten: Industrie, Gesundheit und Technologie prägen viele Indizes. Ein Anspruch auf Gewinne ergibt sich daraus nicht.
Wer von Deutschland aus kauft, sollte schließlich die Handelsmöglichkeiten des eigenen Brokers prüfen: Viele bieten nordische Märkte nicht oder nur mit Zusatzkosten an. Ein ETF auf einen nordischen Index kann dann die einfachere, aber nicht risikofreie Alternative sein.
Für wen passt das?
- Anleger, die skandinavische Aktien an Heimatbörsen suchen
- Leser, die den OMX Nordic 40 einordnen wollen
- Interessierte an First North als Wachstumsmarkt