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Europa

Euronext

Kurz eingeordnet: Euronext ist ein paneuropäischer Börsenverbund mit Märkten in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo, Paris und Athen; Hauptsitz ist Amsterdam, operativ Paris.

Steckbrief Euronext
BetreiberEuronext N.V.
Gegründet22. September 2000 durch Fusion der Börsen Amsterdam, Brüssel und Paris
SitzAmsterdam (eingetragener Sitz), operative Zentrale Paris
MärkteAmsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo, Paris; Athen nach Mehrheitsübernahme im November 2025
HandelszeitenKernsitzung in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon 9:00–17:30 Uhr Ortszeit (= deutsche Zeit, MEZ/MESZ); weitere Märkte mit eigenen Zeiten laut Handelsregeln
Gehandelte ProdukteAktien, ETFs, Anleihen, Derivate, Rohstoffe
AufsichtNationale Aufsichtsbehörden der jeweiligen Marktländer

Vom Dreier zum Verbund

Euronext entstand am 22. September 2000 durch die Fusion der Börsen Amsterdam, Brüssel und Paris. 2002 folgte Lissabon, 2019 Oslo und 2021 Mailand mit der Borsa Italiana. Nach der Fusion mit der NYSE 2007 wurde Euronext 2014 wieder abgespalten und ging an die Börse. Im November 2025 erwarb der Konzern eine Mehrheit von 74,3 Prozent an der Athener Börse.

Der eingetragene Sitz liegt in Amsterdam, die operative Zentrale in Paris, das Clearing in Rom.

Märkte und Segmente

Zu den wichtigsten Instrumenten zählt der Euronext 100, der die 100 stärksten Werte der Börsen bündelt. Für kleinere Unternehmen gibt es Euronext Growth und Euronext Access. Ein Großteil der Marktkapitalisierung entfällt auf Paris. Zum Verbund gehören auch Rohstoffmärkte wie Nord Pool für Strom und Fish Pool für Lachs.

Konkrete Handelszeiten legt Euronext je Markt in seinen Handelsregeln fest; die ausgewertete Handelsseite nennt zudem Sonderfälle wie frühere Schlüsse in Dublin an bestimmten Tagen. Aktuelle Zeiten finden Sie im Handelskalender.

Einordnung für deutschsprachige Anleger

Ein einzelner Euronext-Handelsplatz heißt immer nach der Stadt: Euronext Paris, Euronext Amsterdam und so weiter. Anleger kaufen also nicht bei „Euronext“ allgemein, sondern an einem konkreten Markt mit eigener Währung und Aufsicht. Viele Broker bieten diese Plätze nur gegen Gebühr an.

Im Vergleich zu Deutschland fällt auf, dass die Börse mehrere Länder bündelt. Aufsichtsrechtlich bleibt es bei den jeweiligen nationalen Behörden. Wer französische oder niederländische Aktien kauft, trägt in der Regel keine Währungsrisiken, da sie in Euro notieren; bei Oslo (Krone) ist das anders.

Wer an Euronext-Plätzen handelt, sollte zudem die Besteuerung beachten: Frankreich erhebt auf Käufe großer französischer Aktien eine Finanztransaktionssteuer, die Niederlande und Belgien kennen eigene Regeln, und Dividenden unterliegen in der Regel einer ausländischen Quellensteuer. Das macht Direktkäufe teurer als gedacht. ETFs auf europäische Indizes wie den Euronext 100 vermeiden einzelne Länderrisiken, ersetzen aber keine Streuung über Regionen. Die Hinweise sind allgemeiner Natur und ersetzen keine steuerliche Beratung.

Wer Euronext-Märkte vergleichen will, sollte die Handelsregeln der einzelnen Länder prüfen. Dublin, Oslo oder Mailand können abweichende Schlusszeiten oder Handelsphasen haben, und an bestimmten Feiertagen wird nur verkürzt gehandelt. Der Handelskalender des Betreibers ist daher die verlässliche Quelle.

Für wen passt das?

  • Anleger, die französische oder niederländische Aktien an der Heimatbörse suchen
  • Leser, die den paneuropäischen Börsenverbund verstehen wollen
  • Interessierte an Euronext Growth und kleineren Börsenwerten