Kurz eingeordnet: Die New York Stock Exchange an der Wall Street gehört zur Intercontinental Exchange und zählt zu den größten Aktienbörsen der Welt; Heimat des Dow Jones Industrial Average.
| Betreiber | Intercontinental Exchange (ICE) |
|---|---|
| Gegründet | Buttonwood Agreement am 17. Mai 1792; heutiger Name seit 29. Januar 1863 |
| Sitz | 11 Wall Street, New York |
| Handelszeiten | Montag bis Freitag 9:30–16:00 Uhr Eastern Time; in der Regel 15:30–22:00 Uhr deutsche Zeit (MEZ/MESZ), in wenigen Wochen der Zeitumstellung eine Stunde früher |
| Vor- und Nachbörse | Pre-Opening ab 6:30 Uhr ET; frühe Handelssitzungen je nach Marktsegment ab 4:00 bzw. 7:00 Uhr ET |
| Aufsicht | U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), gegründet 6. Juni 1934 |
| Marktmodell | Auktionsmarkt mit elektronischem Handel; Electronic Trading seit der Übernahme von Archipelago 2005 |
Vom Buttonwood Agreement zur Wall Street
Am 17. Mai 1792 unterzeichneten 24 Makler am Standort 68 Wall Street das Buttonwood Agreement – die Gründungsurkunde des organisierten Aktienhandels in New York. 1817 erhielt die Börse als New York Stock & Exchange Board eine formelle Organisation, 1863 folgte der heutige Name. Heute sitzt sie an der Wall Street 11 mit Eingang an der Broad Street.
Seit 2013 gehört die NYSE zur Intercontinental Exchange. Zu den bekannten Indizes zählen der Dow Jones Industrial Average und der NYSE Composite.
Handelstag in deutscher Zeit
Der reguläre Handel läuft von 9:30 bis 16:00 Uhr Ostküstenzeit. In Deutschland entspricht das meist 15:30 bis 22:00 Uhr. In den Wochen, in denen USA und Europa die Uhren zeitversetzt umstellen, verschiebt sich das um eine Stunde nach vorn. Vor der Eröffnung beginnt das Pre-Opening ab 6:30 Uhr, in dem Aufträge gesammelt werden, bevor die Eröffnungsauktion um 9:30 Uhr stattfindet.
Andere NYSE-Märkte wie NYSE Arca oder NYSE American bieten zusätzliche Early- und Late-Trading-Fenster. An bestimmten Feiertagen, etwa dem Tag nach Thanksgiving und Heiligabend, endet die Kernsitzung bereits um 13:00 Uhr.
Einordnung
Anders als an Xetra trifft an der NYSE ein Auktionsmarkt mit Designated Market Makers auf ein weitgehend elektronisches Orderbuch. Die SEC überwacht die Börse und legt Regeln wie Handelsstopps bei starken Kursbewegungen fest. Mit der Wall Street verbinden viele Anleger Dow und S&P 500, doch der NYSE-Handel allein bildet beide Indizes nicht ab; ein Teil der Indexwerte notiert an der Nasdaq.
Für Anleger aus Deutschland kommen Währungsrisiko (US-Dollar) und US-Quellensteuer auf Dividenden ins Spiel. Der Handel außerhalb der Kernzeit ist oft illiquide, Spreads sind dann größer.
Ein praktischer Hinweis zur Zeitumstellung: In Europa wird die Uhr am letzten Märzwochenende vor, in den USA aber am zweiten Märzsonntag. Dadurch weicht der Abstand für zwei bis drei Wochen ab. Wer Orders zeitgenau planen will, sollte ein Zeitzonentool nutzen. Für Privatanleger wichtig ist auch, dass viele Broker die Kernzeit bevorzugen, weil die Vor- und Nachbörse höhere Spreads zeigt. Ein Limit ist dort besonders ratsam. Der Eintrag ist keine Empfehlung für US-Aktien, sondern eine Einordnung des Handelsplatzes.
Ergänzend sei erwähnt, dass auch Aktien der NYSE häufig an deutschen Börsenplätzen handelbar sind. Dort laufen die Zeiten und Spreads anders als in New York; der Heimatmarkt bleibt aber für die Preisfindung maßgeblich, insbesondere zur Eröffnung der US-Zeit am Nachmittag deutscher Zeit.
Für wen passt das?
- Anleger, die US-Aktien an der Heimatbörse handeln wollen
- Leser, die die Wall-Street-Handelszeiten in deutscher Zeit brauchen
- Interessierte an der Rolle der SEC