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London Stock Exchange

Kurz eingeordnet: Die London Stock Exchange ist Großbritanniens wichtigste Börse mit Main Market und AIM; sie gehört zur London Stock Exchange Group und handelt Aktien über das elektronische Orderbuch SETS.

Steckbrief London Stock Exchange
BetreiberLondon Stock Exchange plc, Teil der London Stock Exchange Group (LSEG)
GegründetWurzeln 1698; formelle Eröffnung am 30. Dezember 1801
SitzPaternoster Square, City of London (seit 2004)
HandelszeitenMontag bis Freitag 8:00–16:30 Uhr britischer Ortszeit (GMT/BST), das sind 9:00–17:30 Uhr deutsche Zeit (MEZ/MESZ); Pre-Open-Meldungen ab 7:15 Uhr britischer Zeit
SegmenteMain Market, Alternative Investment Market (AIM), SETSqx
HandelssystemSETS (Orderbuch), Plattform Millennium Exchange
AufsichtFinancial Conduct Authority (FCA) als britische Finanzaufsicht für anerkannte Börsen

Vom Kaffeehaus zum Konzern

Die Ursprünge der Londoner Börse liegen im Jahr 1698, als ausgeschlossene Aktienhändler der Royal Exchange im Jonathan's Coffee-House zusammenkamen. Offiziell eröffnet wurde die Börse am 30. Dezember 1801. 2000 gab sie die Rolle als britische Listing Authority an die Finanzaufsicht ab. Seit 2007 gehört sie mit Borsa Italiana zur LSEG.

Seit 2004 sitzt die Börse am Paternoster Square nahe der St Paul's Cathedral; die FTSE-Indizes werden von der FTSE Group für sie berechnet, bekannt ist vor allem der FTSE 100.

Handel und Besonderheiten

Der Hauptmarkt handelt über das Orderbuch SETS von 8:00 bis 16:30 Uhr britischer Ortszeit. Da Großbritannien und die EU die Uhren am gleichen Wochenende umstellen, sind das stets 9:00 bis 17:30 Uhr deutscher Zeit. Vor der Eröffnung ist ab 7:15 Uhr das Melden von Geschäften möglich; nach dem Handelsschluss bleibt die Ordererfassung bis 17:00 Uhr offen.

Kurse werden in Pence (GBp) angegeben, Orderlimits dagegen in Pfund (GBP). Das führt bei Anfängern oft zu Verwechslungen um den Faktor 100. Der Alternative Investment Market richtet sich an kleinere, wachstumsstarke Unternehmen mit weniger strengen Zulassungsregeln.

Einordnung

Verglichen mit Frankfurt oder Paris fällt London durch die Dominanz internationaler Unternehmen auf. Viele ETFs mit Fokus auf globale Aktien sind in London gelistet. Wer als Anleger aus Deutschland dort handelt, trägt ein Währungsrisiko gegenüber dem Pfund und muss mit Stempelsteuer auf britische Aktienkäufe rechnen.

Die Regulierung durch die FCA gilt als streng, ersetzt aber nicht die eigene Risikoprüfung. Für Nebenwerte am AIM kann das Verlustrisiko höher liegen als bei FTSE-100-Titeln.

Wer in London handelt, sollte außerdem die Unterschiede bei Dividendenzahlungen kennen: Britische Gesellschaften zahlen häufig halbjährlich oder quartalsweise, teils in Pfund, teils in Dollar. Viele ETFs sind als Londoner Notierung zugänglich, aber steuerlich und rechtlich in Irland oder Luxemburg domiziliert. Der Börsenplatz entscheidet also nicht über den Fondsstandort. Das ist ein Punkt, den Einsteiger leicht verwechseln, wenn sie nur auf die Währung oder die Börse schauen. Prüfen Sie immer ISIN, Domizil und Gesamtkostenquote.

Als Faustregel gilt: Notiert eine Aktie in Pence, teilen Sie den Kurs durch 100, um Pfund zu erhalten. Ein vergessener Umrechnungsschritt führt bei Limit-Orders schnell zu unerwünschten Ergebnissen. Prüfen Sie die Währungsangabe in der Ordermaske, bevor Sie bestätigen.

Für wen passt das?

  • Anleger, die britische Aktien oder FTSE-Indizes handeln wollen
  • Leser, die Pence und Pfund bei Ordern richtig unterscheiden müssen
  • Interessierte am Unterschied von Main Market und AIM