Kurz eingeordnet: gettex ist ein elektronischer Handelsplatz der Börse München, auf dem Market Maker für Aktien, ETFs und besonders für Zertifikate Kurse stellen; Betreiber ist die Bayerische Börse AG.
| Betreiber | Bayerische Börse AG (Börse München) |
|---|---|
| Start | 2015 |
| Handelszeiten | Laut Wikipedia seit Januar 2025: 7:30–23:00 Uhr für Aktien, ETFs, ETNs, ETCs, Fonds und Anleihen, 7:30–22:00 Uhr für Zertifikate (jeweils deutsche Ortszeit, MEZ/MESZ) |
| Gehandelte Produkte | Rund 405.000 Wertpapiere, darunter Aktien, ETPs, Anleihen und etwa 360.000 Zertifikate; knapp 100 Krypto-ETPs |
| Marktmodell | Market-Maker-System: Baader Bank für Aktien, Fonds, ETPs und Anleihen; HSBC, UniCredit onemarkets und Goldman Sachs für Zertifikate |
| Sitz des Trägers | München |
| Besonderheit | Eigenes Regelwerk und unabhängige Handelsüberwachung |
Ein Handelsplatz für den Alltag der Neobroker
gettex wurde 2015 von der Börse München ins Leben gerufen, um den Handel mit Aktien und Zertifikaten über ein reines Market-Maker-Modell abzubilden. Im Unterschied zum Spezialistensystem MAX-ONE der Börse München stellen hier mehrere Market Maker verbindliche An- und Verkaufskurse. Der Name steht für Gettex-Handel auf der Plattform der Bayerischen Börse AG.
Für viele Anleger ist gettex der Standardplatz bei Neobrokern, weil er durch lange Handelszeiten und feste Spreads auffällt. Dass er eine regulierte Börse ist und kein Direkthandel mit dem Broker, bleibt im Marketing oft unscharf.
Wie der Handel läuft
Nach der Wikipedia-Darstellung, Stand der Erweiterung im Januar 2025, läuft der Handel für Aktien, ETFs und viele weitere Produkte von 7:30 bis 23:00 Uhr, bei Zertifikaten von 7:30 bis 22:00 Uhr. Prüfen Sie die aktuellen Zeiten im Handelskalender der Bayerischen Börse, da Börsen ihre Fenster erweitern.
Der Katalog ist breit: Aktien, Anleihen in mehr als 20 Währungen aus über 60 Ländern und ein umfangreiches Zertifikate-Segment. Dazu kommen Krypto-ETPs, also börsengehandelte Wertpapiere auf Digitalwerte, nicht die Coins selbst. Wer solche Produkte kauft, trägt weiterhin Emittenten- und Kursrisiken.
Abgrenzung zu verwandten Plätzen
Gegenüber Tradegate ähnelt gettex im Prinzip der Liquiditätsbereitstellung, unterscheidet sich aber in Betreiber, Regelwerk und Produktschwerpunkt. Gegenüber Xetra fehlt das offene Orderbuch: Der Preis entsteht aus dem Quote, nicht aus dem Zusammentreffen vieler Anleger-Orders.
Praktisch relevant ist der Spread. Er kann bei großen Standardwerten eng ausfallen, bei exotischen Papieren aber weit. Der Vergleich der Ausführungsplätze in der Abrechnung lohnt sich, wenn Sie häufig oder in großen Stückzahlen handeln.
Wer langfristig spart, sollte sich nicht von langen Handelszeiten blenden lassen: Für einen monatlichen ETF-Sparplan ist es meist unerheblich, ob die Ausführung um 8:00 oder um 21:00 Uhr stattfindet. Für aktive Anleger kann ein langes Fenster dagegen sinnvoll sein, etwa bei Nachrichten nach Xetra-Schluss. Gerade dann sind die Spreads relevant, weil nach den Hauptzeiten weniger Gegenparteien aktiv sind. Ein Limit-Order hilft, ungewollte Ausführungen zu vermeiden. Die genannten Umfänge und Zeiten stammen aus einer Sekundärquelle und sollten im Handelskalender des Betreibers geprüft werden.
Nützlich ist außerdem, den Unterschied zwischen Wertpapier und Emittenten zu beachten: Bei Zertifikaten stellen die genannten Emittenten Preise, tragen aber zugleich das Ausfallrisiko des Produkts. Das gilt unabhängig vom Börsenplatz und sollte vor dem Kauf im Basisinformationsblatt nachgelesen werden.
Für wen passt das?
- Anleger mit Neobroker-Depot, die den Ausführungsplatz verstehen wollen
- Zertifikate-Interessierte, die den Market-Maker-Handel kennen möchten
- Leser, die Handelszeiten außerhalb des Xetra-Fensters einordnen