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Deutschland

LS Exchange

Kurz eingeordnet: LS Exchange ist ein von Lang & Schwarz entwickeltes elektronisches Handelssystem der Börse Hamburg, bei dem das LS TradeCenter als Market Maker Aktien, Anleihen und ETFs bepreist.

Steckbrief LS Exchange
Handelssystem vonBörse Hamburg (unter dem Dach der BÖAG Börsen AG)
Entwickler / Market MakerLang & Schwarz, über das LS TradeCenter
Start2016
Handelszeiten7:30–23:00 Uhr MEZ/MESZ (deutsche Ortszeit) an Börsentagen laut Produktunterlage von Lang & Schwarz, dort Stand April 2017
Gehandelte ProdukteAktien, Anleihen und ETFs
AufsichtHandelsüberwachungsstelle der Börse Hamburg; zusätzlich Beirat der Handelsteilnehmer
MarktmodellEin Market Maker stellt laufend Geld- und Briefkurse; Zugang über das eigene Depot bei Partner-Brokern

Ein System, zwei Namen

LS Exchange ist kein eigenständiger Börsenplatz im klassischen Sinn, sondern ein elektronisches Handelssystem der Börse Hamburg. Lang & Schwarz hat es zusammen mit der Börse entwickelt, das LS TradeCenter übernimmt die Preisstellung als Market Maker. Gestartet ist es 2016. Eingebettet ist es in die BÖAG Börsen AG, die auch Düsseldorf und Hannover betreibt.

Das erklärt, warum in Abrechnungen oft „Börse Hamburg“ oder „LS Exchange“ auftaucht und die Bezeichnungen durcheinandergehen.

Handelsweise und Zeiten

Nach der Produktunterlage von Lang & Schwarz laufen Aktien, Anleihen und ETFs an Börsentagen von 7:30 bis 23:00 Uhr. Dieses Dokument stammt jedoch aus dem Jahr 2017; aktuelle Zeiten und Gebührenmodelle sollten Sie beim Anbieter prüfen. Anleger brauchen kein eigenes Handelskonto, sondern ordern über das Depot bei einer Partnerbank oder einem Online-Broker.

Der Market Maker nennt durchgehend Kauf- und Verkaufspreise, sodass auch größere Orders komplett ausgeführt werden sollen. Echtzeitkurse sind laut Unterlage kostenlos abrufbar. Ob zusätzlich Spread-Kosten entstehen, hängt vom Papier und vom Marktumfeld ab.

Kontrolle und Einordnung

Die Handelsüberwachungsstelle der Börse Hamburg prüft den Handel; ein Beirat aus Handelsteilnehmern ergänzt die Qualitätskontrolle. Das unterscheidet LS Exchange vom außerbörslichen Direkthandel mit Emittenten, bei dem keine Börsenaufsicht greift.

Gegenüber Tradegate und gettex bildet LS Exchange eine dritte Variante des Market-Maker-Modells. Wer häufig kleine Orders absetzt, wird Unterschiede vor allem in Spreads und Ausführungsqualität spüren, weniger in den Grundprinzipien.

Wichtig ist die Quellenlage: Die Detailangaben zu Handelszeiten und Teilnehmern stammen aus einer Unterlage von 2017 und sind nur eine Orientierung. Aktuelle Parameter, etwa zusätzliche Wochenendhandel-Angebote oder geänderte Partnerlisten, sollten Sie direkt bei LS Exchange oder Ihrem Broker nachlesen. Als Anleger sollten Sie außerdem darauf achten, dass Market Maker und Betreiber eng verbunden sind. Das ist rechtlich üblich, macht aber die Prüfung des Ausführungspreises gegen Xetra oder Tradegate sinnvoll, bevor Sie größere Beträge ordern.

Für Einsteiger gilt: Je mehr Plätze ein Broker anbietet, desto wichtiger wird ein Vergleich der tatsächlichen Ausführungskurse. Notieren Sie bei größeren Orders Uhrzeit, Platz und Kurs, und vergleichen Sie diese mit dem Xetra-Kurs derselben Minute, bevor Sie Gewohnheiten festschreiben.

Für wen passt das?

  • Anleger, die LS Exchange in der Wertpapierabrechnung entdeckt haben
  • Leser, die Market-Maker-Modelle vergleichen wollen
  • Trader, die auf lange Handelszeiten achten