Kurz erklärt: Market Maker sind Handelsteilnehmer, die fortlaufend verbindliche Kauf- und Verkaufspreise für ein Wertpapier stellen und dadurch Handel auch dann ermöglichen, wenn gerade keine Gegenpartei vorhanden ist.
Stellen Sie sich einen Markt vor, auf dem niemand verkaufen will, sobald Sie kaufen möchten. Ein Market Maker verhindert diese Lage: Er nennt jederzeit einen Ankaufskurs (Bid) und einen Verkaufskurs (Ask) und tritt selbst als Gegenpartei auf.
Womit verdient er?
Seine Vergütung liegt im Spread, also in der Differenz zwischen beiden Kursen. Kauft er für 99,95 € an und verkauft für 100,05 €, bleiben pro Stück 10 Cent, sofern beide Seiten in gleichem Umfang laufen. Dem steht das Risiko gegenüber, dass sich der Kurs bewegt, während er Bestände hält.
Nutzen für Anleger
- Auch bei wenig gehandelten Papieren lässt sich meist eine Order ausführen.
- Enge Spreads sind bei liquiden Titeln üblich.
- Börsen verpflichten Market Maker teils vertraglich, Mindestmengen und Höchstspannen zu stellen.
Kritische Punkte
Weil der Market Maker zugleich Preissteller und Vertragspartner ist, besteht ein Interessenkonflikt. Aufsicht und Regelwerk sollen sicherstellen, dass Kurse marktgerecht bleiben. Im Fall von Handelsplätzen wie gettex oder Tradegate ist das Modell Grundlage des Systems, bei Xetra dagegen ein Zusatz zum Orderbuch (Designated Sponsors).
In sehr schnellen Märkten ziehen Market Maker ihre Quotes teils zurück oder weiten die Spreads. Das lässt sich bei Nachrichten, Marktöffnung und Marktstress beobachten. Wer dann mit Market-Orders arbeitet, erhält mitunter deutlich schlechtere Preise als erwartet.
Einen Blick in die Handelsstatistik lohnt auch deshalb, weil Market Maker je Wertpapier unterschiedlich stark vertreten sind. Bei ETFs übernehmen sie zudem eine Schlüsselrolle für den Gleichlauf von Börsenkurs und Nettoinventarwert, indem sie Anteile bei Bedarf schaffen oder zurückgeben.
Quelle: Deutsche Börse: Designated Sponsors und Liquiditätsspende · Stand: Oktober 2026