Kurz eingeordnet: Die Börse Frankfurt ist die Frankfurter Wertpapierbörse mit Parketthandel nach dem Spezialistenmodell neben dem elektronischen Xetra-System; Trägerin ist die Deutsche Börse AG.
| Träger | Deutsche Börse AG und Börse Frankfurt Zertifikate AG |
|---|---|
| Sitz | Frankfurt am Main |
| Ursprung | Frankfurter Messehandel; als Wertpapierbörse seit dem 16. Jahrhundert (1585) |
| Handelszeiten (Spezialistenmodell) | Montag bis Freitag 8:00–22:00 Uhr MEZ/MESZ für Aktien, Fonds, ETPs und die meisten Zertifikate; Anleihen 8:00–17:30 Uhr |
| Gehandelte Produkte | Aktien, Anleihen, Fonds, ETPs, Zertifikate, Optionsscheine |
| Aufsicht | Handelsüberwachungsstelle, hessische Börsenaufsicht, BaFin |
| Marktmodell | Handel mit Spezialisten (Skontroführern), parallel zum elektronischen System Xetra |
Zwei Systeme unter einem Dach
Hinter dem Begriff Frankfurter Wertpapierbörse stehen zwei Handelsformen. Das elektronische Xetra deckt vor allem Aktien und ETFs ab, das Spezialistenmodell – früher als Parketthandel bekannt – bietet zusätzlich eine betreute Preisfeststellung. Trägerinnen sind die Deutsche Börse AG und die Börse Frankfurt Zertifikate AG, die sich auf strukturierte Produkte konzentriert.
Die Wurzeln der Frankfurter Börse reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als Kaufleute im Umfeld der Messen Wechsel und Währungen tauschten. Aus dem heutigen Parkett ist ein weitgehend digital begleiteter Handel geworden, bei dem Menschen vor allem bei Sonderfällen eingreifen.
Zeiten und Besonderheiten
Nach den Angaben der Deutschen Börse laufen Aktien, Fonds und ETPs im Spezialistenmodell von 8:00 bis 22:00 Uhr MEZ beziehungsweise MESZ. Für Anleihen endet der Handel um 17:30 Uhr. Einige Anleihen im geregelten Markt und im Open Market starten erst um 9:00 Uhr, die Einheitspreisfeststellung beginnt dann um 11:00 Uhr. An Feiertagen, an denen laut Handelskalender trotzdem gehandelt wird, enden Aktien und ETPs bereits um 20:00 Uhr, strukturierte Produkte erst um 22:00 Uhr.
Wertpapiere mit nur täglicher Preisfeststellung werden in einer Auktion zwischen 11:00 und 13:00 Uhr bepreist. Dieses Detail erklärt, warum Kurse bei wenig gehandelten Titeln träger wirken als bei einem DAX-Wert.
Abgrenzung zu Xetra und zur Konkurrenz
Der wichtigste Unterschied zu Xetra liegt im Preismechanismus: Im Spezialistenmodell verantwortet ein Spezialist die Preisfeststellung und kann Aufträge mit eigenem Bestand ausgleichen. Das kann Spannen bei weniger liquiden Papieren verbessern. Bei ETFs mit hohem Volumen dominiert dagegen oft Xetra.
Für Privatanleger spielt entscheidend mit, wohin der Broker die Order leitet. Börse Stuttgart, gettex oder Tradegate bieten teils längere Zeiten und andere Kostenmodelle. Wer systematisch vergleicht, sollte die tatsächliche Ausführung in der Abrechnung prüfen, nicht nur die Startseite des Brokers.
Die Erfahrung zeigt, dass der Unterschied zwischen beiden Frankfurter Formen für Kleinanleger meist weniger spürbar ist als die Wahl des Brokers. Dennoch gibt es Fälle, in denen das Spezialistenmodell Vorteile bietet: bei Anleihen, bei Titeln mit geringem Umsatz oder bei Zertifikaten, deren Preise vom Emittenten gestellt werden. Prüfen Sie vor jeder Order, ob eine Limitierung sinnvoll ist. Ein Limit schützt vor schlechten Ausführungen, ersetzt aber nicht das Risikobewusstsein: Wertpapiere können bis zum Totalverlust an Wert verlieren.
Für wen passt das?
- Anleger, die den Unterschied zwischen Xetra und dem Spezialistenmodell kennen wollen
- Anleihen- und Zertifikate-Interessierte, die Zeiten je Produktart brauchen
- Leser, die Kursunterschiede zwischen Börsenplätzen nachvollziehen möchten