Kurz eingeordnet: Die Börse München, getragen von der Bayerischen Börse AG, ist eine Regionalbörse mit vollelektronischem System MAX-ONE und Spezialisten; sie ist auch Trägerin des Handelsplatzes gettex.
| Betreiber | Bayerische Börse AG (Alleingesellschafter: Münchener Handelsverein Holding GmbH & Co. KG) |
|---|---|
| Gegründet | 16. Dezember 1830 |
| Handelszeiten | Montag bis Freitag 8:00–22:00 Uhr MEZ/MESZ; Verlängerung auf 22:00 Uhr seit 16. Oktober 2023 |
| Sitz | Alte Hopfenpost in München (seit Dezember 2024) |
| Gehandelte Produkte | Aktien, Fonds, Anleihen, ETFs, ETCs, ETNs; mehr als 30.000 Wertpapiere aus über 60 Ländern |
| Marktmodell | Elektronisches System MAX-ONE 2.0 mit Spezialisten; daneben Market-Maker-Modell auf gettex |
Geschichte und Standorte
Am 16. Dezember 1830 begann die Münchener Kaufmannsstube mit geregeltem Wertpapierhandel – die Keimzelle der heutigen Börse. Träger ist die Bayerische Börse AG, die öffentlich-rechtliche Aufgaben bei der Organisation des Handels erfüllt. Von 2009 bis 2024 residierte die Börse in einer ehemaligen Villa am Karolinenplatz; seit Dezember 2024 sitzt sie in der Alten Hopfenpost, dem früheren bayerischen Verkehrsministerium.
Eine Besonderheit in Deutschland: München betreibt zwei Handelsformen. Die Börse selbst läuft elektronisch mit Spezialisten, daneben gibt es das ebenfalls von der Bayerischen Börse AG getragene gettex.
Wie MAX-ONE funktioniert
MAX-ONE 2.0 gleicht Aufträge automatisch ab, Spezialisten können eingreifen, wenn die Preisbildung es nötig macht. Seit dem 16. Oktober 2023 gilt für alle Wertpapiere eine Handelszeit von 8:00 bis 22:00 Uhr, an Werktagen außer Feiertagen. Im Angebot sind rund 30.000 Wertpapiere aus mehr als 60 Ländern.
Für die Anlegerpraxis ist die Trennung wichtig: Wer von „München“ spricht, kann MAX-ONE meinen oder gettex. Die Handelszeiten und Preismodelle unterscheiden sich, wie die Gettex-Seite zeigt.
Zwischen Region und Retail
Gegenüber Frankfurt zeigt München, dass auch kleinere Börsen durch Technik und Zeitfenster relevant bleiben. Die Aufsichtsfrage beantwortet die Quelle nicht ausdrücklich; üblich ist in Deutschland ein Zusammenspiel aus Landesbörsenaufsicht, Handelsüberwachungsstelle und BaFin.
Der Platz eignet sich als Beispiel dafür, wie viel sich hinter dem Wort Börse verbergen kann: Ein Verein von Kaufleuten wurde zu einer digitalen Plattform. Preisunterschiede zu Xetra sind im Alltag oft klein, aber bei großen Orders oder kleinen Werten nicht null.
Ein zusätzlicher Praxispunkt: Die Mehrfachrolle der Bayerischen Börse AG führt dazu, dass Abrechnungen mal „Börse München“, mal „gettex“ ausweisen. Dahinter stehen unterschiedliche Preisbildungen. Bei Spezialistenhandel (MAX-ONE) kann ein Skontroführer eingreifen, bei gettex quotieren Market Maker. Wer Orders vergleichen möchte, sollte die Kursstellung zu mehreren Zeitpunkten prüfen und nicht nur auf Einzeltrades schauen. Für Langfristanleger genügt es oft, den Platz im Depot festzulegen und das Limit sinnvoll zu setzen.
Wer die Entwicklung der Handelszeiten verfolgt, sieht, wie stark der Wettbewerb zwischen deutschen Börsen die Fenster verändert hat. Für Sie als Anleger ist daher die aktuelle Fassung des Handelskalenders maßgeblich, nicht eine Übersicht aus einem früheren Jahr oder eine Zusammenfassung wie diese.
Für wen passt das?
- Anleger mit Interesse an Regionalbörsen und Spezialistenmodellen
- Leser, die zwischen Börse München und gettex unterscheiden möchten
- Alle, die Handelszeiten bis 22:00 Uhr im Überblick suchen