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Deutschland

Tradegate Exchange

Kurz eingeordnet: Die Tradegate Exchange mit Sitz in Berlin ist ein auf Privatanleger ausgerichteter Handelsplatz; seit 1. Januar 2026 tritt sie nach der Fusion mit der Börse Berlin als Tradegate Berlin Stock Exchange auf.

Steckbrief Tradegate Exchange
TrägerTradegate Exchange GmbH und Börse Berlin AG (Tradegate Berlin Stock Exchange, kurz Tradegate BSX)
SitzBerlin
Börsenlizenz / StartLizenz 20. Mai 2009; erster Handelstag 4. Januar 2010; Fusion mit der Börse Berlin zum 1. Januar 2026
HandelszeitenBörsentäglich 7:30–22:00 Uhr MEZ/MESZ (deutsche Ortszeit)
Gehandelte ProdukteAktien, Anleihen, Fonds, ETFs, ETCs und ETNs
AufsichtBörsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin
MarktmodellElektronischer Handel mit Spezialisten (Liquiditätsgebern), Fokus auf Privatanleger-Orders

Entstehung und Fusion

Die Tradegate Exchange erhielt ihre Börsenlizenz am 20. Mai 2009; der erste Handelstag war der 4. Januar 2010. Das zugrunde liegende elektronische Handelssystem existierte schon länger, zuvor lief der Handel über die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank. Zu den Gesellschaftern zählten die Deutsche Börse AG, die Tradegate AG und der Berliner Börse e. V.

Zum 1. Januar 2026 wurde die Börse Berlin mit der Tradegate Exchange vereinigt. Die Berliner Börsenaufsicht bestätigte den Fortbestand der Börse in dieser Form im Dezember 2025. Gemeinsam firmieren beide nun als Tradegate Berlin Stock Exchange.

Handelsablauf für Privatanleger

Tradegate richtet sich an Kleinanleger, die über Neobroker und Direktbanken ordern. Liquiditätsgeber stellen laufend An- und Verkaufskurse, sodass Aufträge schnell ausgeführt werden. Der Handel dauert börsentäglich von 7:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit; damit ist der Platz sowohl vor als auch nach dem Xetra-Schluss geöffnet.

Gehandelt werden Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs. Die Börse erhebt Teilnahmeentgelte von den Handelsteilnehmern, aber keine transaktionsbezogenen Gebühren von Endkunden. Für Sie als Anleger entscheidet jedoch, ob Ihr Broker Tradegate anbietet und ob zusätzliche Fremdentgelte anfallen.

Einordnung

Verglichen mit Xetra ist Tradegate stärker auf Retail-Aufträge zugeschnitten und nutzt Spezialisten als Preisgeber. Gegenüber gettex und LS Exchange liegt der Unterschied weniger im Prinzip als in Detailzeiten, Orderrouting und Produktpalette. Wer Zeitfenster vergleicht, sollte beachten, dass sich Zeiten wie bei der Berliner Fusion ändern können.

Wichtig für den Alltag: Der Platz bleibt eine regulierte Börse mit Handelsüberwachung. Ein niedriger Spread verspricht keinen Gewinn, sondern nur günstigere Ausführung. Das Verlustrisiko bei Wertpapieren bleibt unabhängig vom Handelsplatz bestehen.

Für Einsteiger ist ein praktischer Hinweis wichtig: Handelszeiten und Plätze erscheinen im Brokerangebot oft als Auswahlfeld, obwohl die Voreinstellung bereits einen Platz festlegt. Ein Blick in die Wertpapierabrechnung zeigt, wo die Order tatsächlich ausgeführt wurde. Außerdem können außerbörsliche Alternativen konkurrieren. Börsenplätze bieten Handelsüberwachung und Regelwerk, ersparen aber nicht die Beschäftigung mit Kosten, Spreads und der Frage, ob ein Limit gesetzt werden sollte. Die Fusion mit der Börse Berlin ändert daran nichts Grundsätzliches.

Wer Sparpläne oder Einmalorders gezielt dort ausführen lassen will, findet im Broker meist eine Einstellung für den Handelsplatz. Dokumentieren Sie bei Auffälligkeiten Zeit, Kurs und Platz der Ausführung; so lassen sich Abweichungen später nachvollziehen und mit dem Broker klären.

Für wen passt das?

  • Anleger, die über Neobroker handeln und wissen wollen, wo ihre Order landet
  • Leser, die die Fusion von Tradegate und Börse Berlin einordnen möchten
  • Sparer, die Handelszeiten außerhalb von Xetra vergleichen