Keine Anlageberatung · Wertpapiere und Kryptowerte bergen Verlustrisiken

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Aktien kaufen für Anfänger: Schritt für Schritt

· geprüft am · Redaktion Online-Handelsplattformen

Hand schreibt auf Papier neben Laptop mit Aktienchart bei der Planung des ersten Aktienkaufs

Für den ersten Aktienkauf brauchen Sie ein Wertpapierdepot, ein Referenzkonto mit Guthaben und die ISIN der Aktie. Die Order geben Sie über die App oder das Webportal Ihres Brokers auf, mit Stückzahl, Handelsplatz und möglichst einem Limit.

Kurz zusammengefasst

Aktien kaufen funktioniert in sechs Schritten: Ziel und Risikotragfähigkeit klären, Depot eröffnen, Geld einzahlen, Aktie über ISIN identifizieren, Order aufgeben und Kosten prüfen. Eine einzelne Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen und kann stark schwanken oder wertlos werden. Dieser Beitrag erklärt den Ablauf, spricht aber keine Kaufempfehlung aus.

Was sollten Sie vor dem ersten Aktienkauf klären?

Vor dem ersten Kauf stehen drei Fragen: Wofür ist das Geld gedacht, wie lange können Sie darauf verzichten und welchen Kursrückgang halten Sie aus? Eine Aktie ist ein Anteil am Eigenkapital einer Gesellschaft. Sie sind am Gewinn beteiligt (über die Dividende) und tragen das Verlustrisiko bis zum Totalverlust, etwa bei einer Insolvenz.

Als Faustregel gilt, vor der Geldanlage in Wertpapieren eine Rücklage auf dem Tagesgeldkonto aufzubauen, die mehrere Monatsausgaben abdeckt. Zudem sollten Sie wissen, dass Streuung das Risiko einzelner Unternehmen verringert: Wer nur eine oder zwei Aktien hält, trägt das volle Einzelrisiko. Breit gestreute Produkte wie ETFs verteilen das Risiko auf viele Unternehmen, ersetzen aber ebenfalls kein Verlustrisiko.

Wie eröffnen Sie ein Depot?

Für den Handel brauchen Sie ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Eröffnung läuft online: Sie geben persönliche Daten, Steuer-Identifikationsnummer und Angaben zu Ihren Kenntnissen ein und weisen sich per Videoident oder Postident aus. Meist ist das Depot nach wenigen Tagen freigeschaltet. Der Ablauf im Detail steht im Beitrag zur Depoteröffnung.

Zum Depot gehört ein Verrechnungskonto oder ein Referenzkonto, über das Käufe bezahlt werden. Erteilen Sie dem Broker außerdem einen Freistellungsauftrag, damit Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) nicht versteuert werden.

Wie finden und identifizieren Sie eine Aktie?

Jede Aktie hat eine eindeutige zwölfstellige ISIN und eine sechsstellige Wertpapierkennnummer (WKN). Suchen Sie im Orderformular immer mit der ISIN, weil Firmennamen verwechselt werden können: Viele Konzerne haben mehrere Aktiengattungen, Stamm- und Vorzugsaktien, oder gleichnamige Papiere in unterschiedlichen Ländern.

Kontrollieren Sie vor dem Kauf Börsenplatz und Handelswährung. Aktien internationaler Unternehmen werden häufig an mehreren Handelsplätzen in Euro und in Fremdwährung gehandelt. Für Dividenden und Steuern spielt der Unternehmenssitz eine Rolle, nicht der Handelsplatz.

Wichtiger Hinweis

Keine Anlageberatung: Es wird keine Aktie zum Kauf empfohlen. Wer Aktien kauft, kann sein eingesetztes Kapital teilweise oder ganz verlieren. Einzelaktien sind stärker schwankungsanfällig als breit gestreute Fonds. Legen Sie nur Geld an, das Sie über Jahre nicht benötigen, und halten Sie eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben bereit.

Wie geben Sie die Kauforder auf?

Die Order geben Sie in fünf Schritten auf:

  1. Aktie über die ISIN suchen und die Kursseite öffnen.
  2. Handelsplatz wählen, zum Beispiel Xetra, Tradegate oder einen außerbörslichen Anbieter.
  3. Stückzahl oder – bei Aktienbruchstücken – Betrag eingeben.
  4. Ordertyp festlegen, bei Einsteigern oft eine Limit-Order, und die Gültigkeit setzen.
  5. Order prüfen und mit TAN oder Freigabe in der App bestätigen.

Viele Broker erlauben außerdem Aktienbruchstücke: Sie geben dann einen Betrag statt einer Stückzahl ein, zum Beispiel 100 Euro, und erwerben einen Teil einer Aktie. Bei Bruchstücken sind Handelsplatz und Handelszeit oft eingeschränkt, und Stimmrechte aus der Hauptversammlung bestehen nur für ganze Aktien. Nach Ausführung bucht der Broker den Kaufpreis plus Gebühren vom Verrechnungskonto ab, und die Aktie erscheint im Depot. Die Lieferung dauert derzeit zwei Handelstage (T+2). Die Handelszeiten der einzelnen Plätze sind im Beitrag zu den Börsenhandelszeiten beschrieben, zu Plätzen wie Xetra gibt es eigene Seiten im Verzeichnis.

Welche Kosten und Steuern fallen an?

Beim Aktienkauf entstehen in der Regel drei Kostenarten, die in der Tabelle zusammengefasst sind.

Kostenart Was ist gemeint? Wo finden Sie die Angabe?
Ordergebühr Entgelt des Brokers je Order, teils Festbetrag, teils prozentual Preis- und Leistungsverzeichnis
Spread Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, wirkt wie versteckte Kosten Kursanzeige des Handelsplatzes
Fremdwährungsentgelt Aufschlag bei Handel in Nicht-Euro-Währungen Preisverzeichnis, Kostenausweis

Gewinne und Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Broker führt die Steuer in der Regel automatisch ab. Anbieter und Konditionen unterscheiden sich stark, ein Vergleich sollte alle Kostenarten einbeziehen. Vor jeder Order müssen Wertpapierdienstleister Ihnen nach der europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) die voraussichtlichen Kosten ausweisen. Lesen Sie diese Kosteninformation, bevor Sie die Order freigeben, und notieren Sie die Gesamtsumme als Prozentwert Ihres Kaufbetrags.

Praxis-Tipp aus der Redaktion

Schreiben Sie vor der ersten Order auf, warum Sie dieses Unternehmen kaufen, bei welchem Verlust Sie überprüfen und welchen Anteil am Gesamtvermögen die Position höchstens haben soll. Ein schriftlicher Plan verhindert, dass Sie im Moment einer Kursbewegung spontan entscheiden. Teilen Sie die Summe außerdem in mehrere Käufe auf, statt alles auf einmal zu investieren.

Welche typischen Anfängerfehler lassen sich vermeiden?

Die häufigsten Fehler bei den ersten Aktienkäufen betreffen nicht die Auswahl, sondern das Verhalten. Erstens: Anleger kaufen nach einem starken Kursanstieg aus Sorge, etwas zu verpassen, und verkaufen bei einem Rückgang aus Angst. Beides führt dazu, dass Käufe zu hohen und Verkäufe zu niedrigen Kursen entstehen. Ein vorab festgelegter Plan mit Betrag und Rhythmus reduziert diese Emotionen.

Zweitens: Die Position wird zu groß. Wer einen großen Teil seines Vermögens in ein einziges Unternehmen steckt, trägt dessen Risiko vollständig. Fällt der Kurs um die Hälfte, braucht es eine Verdopplung, um den Verlust auszugleichen. Drittens: Kosten werden unterschätzt. Viele kleine Orders mit festen Gebühren belasten bei geringen Beträgen die Rendite überproportional, ein Punkt, den Sie vor Ihrem ersten Kauf anhand des Preisverzeichnisses nachrechnen sollten.

Viertens: Informationsquellen werden nicht geprüft. Tipps aus sozialen Netzwerken oder von Finanzinfluencern sind keine Anlageberatung und können Eigeninteressen enthalten. Verlässlicher sind die Geschäftsberichte der Unternehmen, die über deren Investor-Relations-Seiten oder das Unternehmensregister einsehbar sind. Die Ratgeber in der Rubrik Aktien erklären die wichtigsten Kennzahlen Schritt für Schritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klären Sie vor dem ersten Kauf Anlageziel, Zeithorizont und Verlusttoleranz.
  • Sie brauchen ein Depot, ein Verrechnungskonto und die ISIN der Aktie.
  • Eine Limit-Order begrenzt den Kaufpreis und ist für Einsteiger oft übersichtlicher.
  • Neben Ordergebühren wirken Spread und Fremdwährungsentgelte auf die Kosten.
  • Einzelaktien tragen Einzelrisiken bis zum Totalverlust, Streuung senkt dieses Risiko.

Häufige Fragen

Wie viel Geld brauche ich für die erste Aktie?

Das hängt vom Kurs und von den Gebühren ab. Manche Broker erlauben den Kauf von Aktienbruchstücken, sodass auch kleine Beträge möglich sind.

Muss ich Aktien selbst versteuern?

In der Regel nicht, wenn Ihr Broker in Deutschland sitzt: Er führt die Abgeltungsteuer ab. Bei ausländischen Brokern müssen Sie Erträge in der Steuererklärung angeben.

Kann ich Aktien auch ohne Depot kaufen?

Nein. Wertpapiere werden in einem Depot verwahrt, auch wenn dieses in einer App angezeigt wird.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kaufen?

Das lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Mehrere Teilkäufe über die Zeit verteilen das Einstiegsrisiko, garantieren aber keinen Gewinn.

Quellen

Stand: Oktober 2026