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Börse & Handel

Orderbuch

Kurz erklärt: Orderbuch ist die geordnete Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge zu einem Wertpapier, sortiert nach Preis und Eingangszeit, aus der die Börse Abschlüsse bildet.

Jede Limit-Order, die nicht sofort ausgeführt werden kann, landet im Orderbuch und wartet dort auf ein passendes Gegenstück. Das Buch hat zwei Seiten: links die Kaufaufträge (Bid), rechts die Verkaufsaufträge (Ask).

Aufbau und Priorität

Die Kaufseite ist absteigend sortiert, der höchste Kaufpreis steht oben. Auf der Verkaufsseite steht dagegen der niedrigste Verkaufspreis oben. Haben zwei Aufträge denselben Preis, geht der früher eingegangene vor (Preis-Zeit-Priorität).

Ein kleines Beispiel: Im Buch stehen Kaufgebote zu 49,90 € (300 Stück) und 49,85 € (500 Stück), dazu Verkaufsgebote zu 50,00 € (200 Stück) und 50,10 € (400 Stück). Der Spread beträgt 10 Cent. Eine Market-Order über 300 Stück zum Kauf nimmt zuerst die 200 Stück bei 50,00 € und anschließend 100 Stück bei 50,10 €.

Was die Tiefe verrät

Wie viele Stücke auf den einzelnen Preisstufen liegen, nennt man Markttiefe. Ein dichtes Buch mit großen Mengen nah am aktuellen Kurs deutet auf hohe Liquidität hin, ein dünnes Buch auf Kursausschläge schon bei kleinen Orders.

Für Privatanleger

Viele Handelsplätze zeigen nur die ersten Preisstufen (Level 1 oder Level 2). Börsen mit Market-Maker-Modell stellen dagegen einen indikativen Kurs, ein echtes offenes Buch fehlt oft. Dann ersetzt der Spread die Information über die Tiefe.

Ergänzend gilt: Verdeckte Orders (Iceberg-Orders) zeigen nur einen Teil ihrer Menge. Ein Orderbuch bildet daher nie die gesamte Nachfrage ab, sondern nur den sichtbaren Teil. Wer große Beträge handelt, teilt die Order deshalb gelegentlich auf.

Quelle: Deutsche Börse: Handelssystem Xetra · Stand: Oktober 2026