Kurz eingeordnet: Die Stock Exchange of Hong Kong, Teil von HKEX, ist der Börsenplatz für H-Shares und viele chinesische Unternehmen; Leitindex ist der Hang Seng, Aufseher die Securities and Futures Commission.
| Betreiber | Hong Kong Exchanges and Clearing Limited (HKEX) |
|---|---|
| Gründung | Wurzeln 1891; Stock Exchange of Hong Kong Ltd. begann am 2. April 1986 den Handel |
| Handelszeiten | Montag bis Freitag Hongkong-Zeit (HKT): 9:30–12:00 Uhr, erweiterte Vormittagssitzung 12:00–13:00 Uhr, 13:00–16:00 Uhr, danach Schlussauktion bis ca. 16:08–16:10 Uhr |
| Umrechnung | 9:30 Uhr HKT = 2:30 Uhr MEZ bzw. 3:30 Uhr MESZ; 16:00 Uhr HKT = 9:00 Uhr MEZ bzw. 10:00 Uhr MESZ |
| Aufsicht | Securities and Futures Commission (SFC), seit 1989 |
| Segmente | Main Board und GEM (Growth Enterprise Market, seit November 1999) |
| Leitindizes | Hang Seng Index und Hang Seng China Enterprises Index |
Vom Brokerverein zur Börsengruppe
Die Wurzeln reichen bis 1891, als in Hongkong ein Verband von Aktienmaklern entstand. 1914 trug er den Namen Hong Kong Stock Exchange; die heutige Stock Exchange of Hong Kong Limited nahm am 2. April 1986 den Handel auf. Sie gehört zur HKEX, die auch die Hong Kong Futures Exchange und die London Metal Exchange besitzt.
Die Aufsicht übt die Securities and Futures Commission aus, die 1989 als einheitlicher gesetzlicher Marktaufseher eingerichtet wurde.
Handelstag und Umrechnung
Der Handel besteht aus mehreren Phasen: Morgensitzung von 9:30 bis 12:00 Uhr, eine erweiterte Vormittagssitzung von 12:00 bis 13:00 Uhr, die Nachmittagssitzung von 13:00 bis 16:00 Uhr und anschließend die Schlussauktion mit zufälligem Ende zwischen 16:08 und 16:10 Uhr. Vor Weihnachten, Neujahr und Chinesischem Neujahr entfallen erweiterte und Nachmittagssitzung.
Hongkong kennt keine Sommerzeit. In deutscher Zeit beginnt der Handel daher um 2:30 Uhr im Winter und 3:30 Uhr im Sommer, endet aber am frühen Vormittag um 9:00 beziehungsweise 10:00 Uhr. Für Anleger in Europa liegt das Fenster vor dem eigenen Handelstag.
Einordnung
Die Börse ist ein wichtiger Zugang zu chinesischen Unternehmen: H-Shares sind Aktien von Festlandunternehmen, die in Hongkong notieren. Nach Marktkapitalisierung zählt sie zu den größten Börsen Asiens. Der Main Board ist der Hauptmarkt, GEM richtet sich an Wachstumsunternehmen.
Anleger aus Deutschland handeln dort selten direkt. Viel häufiger sind ETFs auf den Hang Seng oder auf China-Indizes. Zu bedenken sind Währungsrisiken, Regulierungsrisiken am chinesischen Markt und Handelszeiten, die nicht mit dem europäischen Tag deckungsgleich sind.
Zusätzlich zu beachten ist der Unterschied zwischen H-Shares, die in Hongkong notieren, und A-Shares, die an den Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen gehandelt werden. Beide bilden dieselben Unternehmen teils zu unterschiedlichen Preisen ab. Für Anleger aus Deutschland ist der Zugang zu A-Shares meist über ETFs möglich. Politische und regulatorische Risiken wirken auf Kurse in Hongkong unmittelbar. Eine Anlageentscheidung sollten Sie nicht allein auf Basis von Handelszeiten oder Indexständen treffen, sondern mit einem realistischen Verlustbudget.
Interessant ist, dass die Börse trotz der Sitzungslücke am Mittag heute mit einer erweiterten Vormittagssitzung arbeitet. Für Anleger heißt das: Die Informationslage ändert sich auch in der Mittagszeit, und Orders können entsprechend ausgeführt werden. Trotzdem bleibt Hongkong ein Markt mit eigener Dynamik und Risiken.
Für wen passt das?
- Anleger, die chinesische Aktien über Hongkong einordnen wollen
- Leser, die Hongkonger Handelszeiten in deutscher Zeit brauchen
- Interessierte am Hang Seng Index