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International

Tokyo Stock Exchange

Kurz eingeordnet: Die Tokyo Stock Exchange ist Japans größte Börse; sie gehört zur Japan Exchange Group und gliedert ihren Aktienmarkt seit April 2022 in Prime, Standard und Growth.

Steckbrief Tokyo Stock Exchange
BetreiberTokyo Stock Exchange, Inc., Tochter der Japan Exchange Group (JPX, seit 1. Januar 2013)
Gegründet15. Mai 1878; erster Handel am 1. Juni 1878; Neugründung 1. April 1949
SitzKabutochō, Chūō, Tokio
HandelszeitenMontag bis Freitag 9:00–11:30 und 12:30–15:30 Uhr japanischer Zeit (JST); das sind 1:00–3:30 und 4:30–7:30 Uhr MEZ bzw. 2:00–4:30 und 5:30–8:30 Uhr MESZ
SegmentePrime, Standard, Growth (seit 4. April 2022), TOKYO PRO Market
LeitindizesNikkei 225 und TOPIX
TechnikArrowhead seit 2010; Parketthandel seit 30. April 1999 aufgegeben

Gründung, Auflösung, Neustart

Die Börse wurde 1878 gegründet, der erste Handel fand am 1. Juni 1878 statt. 1943 wurde sie mit zehn kleineren Börsen zusammengelegt, 1947 löste die US-Besatzungsbehörde sie auf; am 1. April 1949 nahm sie den Betrieb wieder auf. Seit der Fusion am 1. Januar 2013 wird sie von der Japan Exchange Group betrieben, die aus der Tokioter und der Osaka Securities Exchange hervorging.

Am 30. April 1999 verschwand der Parketthandel zugunsten des elektronischen Handels; 2010 kam das Handelssystem Arrowhead hinzu.

Zeiten und Segmente

Der reguläre Handel läuft von 9:00 bis 11:30 und von 12:30 bis 15:30 Uhr Ortszeit. Der Schluss wurde im November 2024 von 15:00 auf 15:30 Uhr verlängert. Da Japan keine Sommerzeit kennt, verschiebt sich der Abstand zur deutschen Zeit um eine Stunde: Der Handelsbeginn liegt im Winter um 1:00 Uhr, im Sommer um 2:00 Uhr deutscher Zeit.

Seit dem 4. April 2022 gibt es die Segmente Prime, Standard und Growth, die die früheren First Section, Second Section, Mothers und JASDAQ ersetzten. An der Börse notieren über 2.200 japanische und einige ausländische Unternehmen.

Einordnung

Der Nikkei 225 ist ein preisgewichteter Index, der TOPIX ein marktkapitalisierungsgewichteter. Beide dienen als Referenz für den japanischen Aktienmarkt. Für deutsche Anleger bedeutet der Handel in Tokio: nächtliche Zeiten und Yen-Währungsrisiko.

Direkt in Tokio handeln nur wenige Privatanleger aus Deutschland; üblich sind ETFs auf Nikkei oder TOPIX, die an deutschen Plätzen laufen. Die Aufsicht über das japanische Börsenwesen ist in den ausgewerteten Quellen nicht genannt; üblich ist die japanische Finanzaufsicht FSA.

Ein weiterer Praxispunkt: Japanische Unternehmen veröffentlichen ihre Quartalszahlen oft in japanischer Sprache und teils zu Zeiten, die in Europa mitten in der Nacht liegen. Wer Einzelaktien handeln will, braucht daher mehr Rechercheaufwand als bei heimischen Werten. Der Yen-Wechselkurs kann die Rendite eines europäischen Anlegers erheblich verändern, positiv wie negativ. ETFs auf den TOPIX oder Nikkei 225 sind der übliche Zugangsweg, ersetzen aber keine Streuung über mehrere Regionen und Branchen.

Für die Planung gilt: Die Mittagspause von 11:30 bis 12:30 Uhr JST fällt in die Nacht deutscher Zeit; wer Orders aufgibt, sollte beachten, dass sie womöglich erst mit der Eröffnung des nächsten Fensters ausgeführt werden. Auch das ist ein Grund, für Japan eher auf ETFs als auf Einzelwerte zu setzen.

Für wen passt das?

  • Anleger, die Japan über ETFs abbilden und die Handelszeiten verstehen wollen
  • Leser, die den Nikkei 225 vom TOPIX abgrenzen möchten
  • Interessierte an der Strukturreform mit Prime, Standard und Growth