Kurz eingeordnet: Die Börse Düsseldorf AG ist eine Regionalbörse mit Parkett und der elektronischen Plattform Quotrix; sie gehört seit 2017 zur BÖAG Börsen AG, zu der auch Hamburg und Hannover zählen.
| Betreiber | Börse Düsseldorf AG (seit 1. Januar 2001 Aktiengesellschaft; operativ seit 2017 unter der BÖAG Börsen AG) |
|---|---|
| Ursprung | Getreidemarkt 1841, Warenbörse 1853, staatlich anerkannte Wertpapierbörse 1884 |
| Sitz | Ernst-Schneider-Platz, Düsseldorf |
| Handelszeiten | Parkett 8:00–20:00 Uhr, Quotrix 8:00–22:00 Uhr (deutsche Ortszeit MEZ/MESZ) |
| Gehandelte Produkte | Aktien, Anleihen, Investmentfonds, ETFs, ETCs; Segment Primärmarkt für mittelständische Emittenten |
| Marktmodell | Hybrid aus Parkett mit Skontroführern (System Xontro) und elektronischem Handel über Quotrix |
Aus dem Rheinland an die Börse
Düsseldorfs Börsenwurzeln liegen in einem Getreidemarkt von 1841, der 1853 zur zentralen Warenbörse wurde. 1884 wurde der Handel als staatlich anerkannte Wertpapierbörse eingerichtet. 1935 verschmolzen die Börsen von Düsseldorf, Essen und Köln zur Rheinisch-Westfälischen Börse in Düsseldorf. Seit dem 1. Januar 2001 firmiert sie als Börse Düsseldorf AG.
Seit 2017 arbeitet die Börse operativ mit der BÖAG Börsen AG zusammen, die auch Hamburg und Hannover trägt. 2004 bezog sie ein neues Gebäude am Ernst-Schneider-Platz.
Parkett und Plattform
Auf dem Parkett arbeiten Skontroführer über das System Xontro, unterstützt durch automatische Kursvorgaben und Limitkontrollen. Die Handelszeit reicht dort von 8:00 bis 20:00 Uhr. Quotrix, die elektronische Plattform für Privatanleger mit Market Maker, läuft dagegen von 8:00 bis 22:00 Uhr.
Im Segment Primärmarkt, früher Mittelstandsmarkt genannt, sind Aktien, Anleihen und Genussscheine mittelständischer Emittenten notiert. Zu den Handelsteilnehmern zählen laut Quelle 62 Banken und Sparkassen, 11 Finanzdienstleister, ein Brokerhaus und ein Market Maker.
Entwicklung und Einordnung
Mit dem Ende der Xetra-Vereinbarung 2007 sanken die Umsätze in Düsseldorf spürbar; für 2015 und 2016 wurden keine Umsatzzahlen veröffentlicht. Das zeigt, wie stark Regionalbörsen vom Anschluss an liquide Systeme abhängen.
Im Vergleich zu München oder Stuttgart setzt Düsseldorf stärker auf die Verbindung von Parkett und Plattform. Die Handelsüberwachung kontrolliert die Einhaltung des Programms „Quality Trading“. Wer dort ordert, sollte wie überall die Börsenplatz-Angabe in der Abrechnung prüfen.
Auch wenn Düsseldorf umsatzmäßig hinter Frankfurt oder Stuttgart steht, zeigt der Platz, wie Regionalbörsen ihre Rolle suchen: mit Parkett, Plattform und Segmenten für Mittelständler. Der Primärmarkt kann für kleinere Emittenten ein Weg an den Kapitalmarkt sein, birgt für Anleger aber höhere Risiken: weniger Liquidität, größere Kurssprünge, dünnere Informationslage. Wer solche Papiere kauft, sollte Positionsgrößen begrenzen und Limits nutzen. Eine Garantie für faire Preise gibt der Börsenplatz nicht; er sorgt lediglich für Regeln und Überwachung.
Ein Schritt, der sich lohnt: Vergleichen Sie die Abrechnung einer Düsseldorfer Ausführung mit dem gleichzeitigen Xetra-Kurs. Abweichungen zeigen, ob der Platz für Ihr Orderverhalten Vorteile hat. Wo Parkett und Plattform nebeneinander laufen, ist außerdem zu klären, welches System Ihr Broker nutzt.
Für wen passt das?
- Anleger, die Parkett und elektronischen Handel vergleichen wollen
- Interessierte an mittelständischen Emittenten im Primärmarkt
- Leser, die die BÖAG-Struktur verstehen möchten