Keine Anlageberatung · Wertpapiere und Kryptowerte bergen Verlustrisiken

Trading & Derivate

Optionsschein

Kurz erklärt: Optionsschein ist ein verbrieftes Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put), ohne dass eine Pflicht dazu besteht.

Der Käufer zahlt eine Prämie und erhält dafür das Recht, nicht die Pflicht. Das Verlustrisiko ist auf die Prämie begrenzt, die Gewinnchance ist bei Calls theoretisch groß.

Bestandteile des Preises

  • Innerer Wert: Differenz zwischen Kurs und Basispreis, soweit positiv.
  • Zeitwert: Aufschlag für die Restlaufzeit und erwartete Schwankung.

Mit näher rückendem Laufzeitende sinkt der Zeitwert. Dieser Zeitwertverlust trifft Käufer immer, auch wenn sich der Basiswert nicht bewegt. Zudem wirkt die implizite Volatilität: Steigt sie, werden Optionsscheine teurer.

Beispiel

Eine Aktie steht bei 100 €. Ein Call mit Basispreis 110 € kostet 1,20 €. Steigt die Aktie bis Laufzeitende auf 115 €, ist der innere Wert 5 €, der Gewinn 3,80 € je Schein. Bleibt die Aktie unter 110 €, verfällt der Schein wertlos und die Prämie ist verloren.

Abgrenzung

Optionsscheine sind Inhaberschuldverschreibungen von Banken, keine Börsenoptionen. Der Handel mit Eurex-Optionen läuft dagegen über Terminbörse. Beide Instrumente sind komplex und für unerfahrene Anleger riskant. Fällt der Emittent aus, ist der Schein wertlos.

Wichtige Kennzahlen sind Delta, Omega (Hebel) und Spread des Emittenten. Gewinne und Verluste aus Termingeschäften unterliegen der Abgeltungsteuer; die frühere Verrechnungsgrenze von 20.000 € gilt seit 2025 nicht mehr.

Ein Sonderfall sind Optionsscheine mit Hebel auf Indizes, die vor allem von kurzfristigen Händlern genutzt werden. Für Langfristigkeit sind sie weniger geeignet, weil der Zeitwert jeden Tag nagt und die Laufzeit begrenzt ist.

Quelle: Deutsche Börse: Eurex Optionen und Optionsscheine · Stand: Oktober 2026