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Depot & Broker

Payment for Order Flow

Kurz erklärt: Payment for Order Flow (PFOF) bezeichnet Zahlungen eines Handelspartners an einen Broker dafür, dass dieser Kundenaufträge an ihn weiterleitet.

Der Broker erhält nach diesem Modell eine Vergütung, die entweder pro Order oder als Prozentsatz bemessen ist. Dadurch kann er Kunden niedrige oder gar keine Ordergebühren berechnen. Der Handelspartner verdient am Spread.

Vor- und Nachteile

  • Für Anleger sinken die sichtbaren Gebühren.
  • Ausführungsqualität hängt davon ab, wie eng der Handelspartner seine Preise stellt.
  • Der Broker hat einen Interessenkonflikt, weil er am Weiterleiten verdient.

Regulierung

Die EU hat die Praxis per Änderung der MiFIR (Verordnung (EU) 2024/791) verboten. Das Verbot gilt grundsätzlich seit dem 30. Juni 2026; Mitgliedstaaten, in denen PFOF zuvor üblich war, durften bis dahin Ausnahmen zulassen. Wie Anbieter ihre Ertragsmodelle seither angepasst haben, steht in deren Informationen zur Auftragsausführung. Die Aufsicht beobachtet zudem, ob Best-Execution-Pflichten eingehalten werden.

Erkennbar machen

Ob ein Broker PFOF erhält, ergibt sich aus den Informationen zur Auftragsausführung (Execution Policy) und den Angaben zu Zuwendungen. Dort steht auch, welche Handelsplätze genutzt werden.

Für den einzelnen Anleger zählt letztlich der Gesamtpreis einer Transaktion aus Gebühr plus Kurs. Ein Vergleich von Ausführungspreisen mit der Referenzbörse zeigt, ob die Ersparnis bei der Gebühr durch schlechtere Kurse kompensiert wird.

Auch nach dem Verbot bleibt der Handelspartner wichtig: Wer außerbörslich handelt, sollte den Ausführungspreis prüfen und vergleichen, ob der Kurs nahe an Referenzbörsen liegt. Dazu eignen sich die Angaben auf der Wertpapierabrechnung.

Wer einen Neobroker nutzt, dem fällt auf, dass die Kostenpunkte sich verlagern: weniger sichtbare Provision, dafür Ausführungsqualität als Prüfpunkt. Vergleiche zu Referenzkursen machen diesen Teil überprüfbar.

Quelle: BaFin: Zuwendungen und Best Execution · Stand: Oktober 2026