Keine Anlageberatung · Wertpapiere und Kryptowerte bergen Verlustrisiken

Trading & Derivate

Hebel

Kurz erklärt: Hebel gibt an, um welchen Faktor ein Derivat auf Kursänderungen des Basiswerts reagiert, sodass bereits kleine Marktbewegungen zu großen Gewinnen oder Verlusten führen können.

Ein Hebel von 10 bedeutet vereinfacht: Bewegt sich der Basiswert um 1 %, ändert sich das Produkt um etwa 10 %, in die gleiche Richtung beim Long-Produkt, in die Gegenrichtung bei Short. Mit 1.000 € Einsatz steuert man rechnerisch 10.000 € Marktwert.

Rechenbeispiel

Ein Knock-out-Zertifikat mit Hebel 10 steigt bei +2 % im Index um etwa 20 %. Fällt der Index um 10 %, ist der Einsatz bei Hebel 10 nahezu aufgebraucht und das Produkt kann bei Erreichen der Knock-out-Schwelle wertlos verfallen.

Woher der Hebel kommt

  • Produktstruktur: Bei Optionsscheinen und Knock-outs wird nur ein Teil des Basiswerts bezahlt.
  • Margin: Beim CFD hinterlegt man nur einen Bruchteil als Sicherheit.
  • Kredit: Wertpapierkredit beim Broker.

Regeln für Privatanleger

Die europäische Aufsicht ESMA begrenzte 2018 den Hebel bei CFDs für Privatkunden auf maximal 30:1 bei wichtigen Währungspaaren und 2:1 bei Kryptowerten. Zudem ist der Nachschuss ausgeschlossen und Anbieter müssen den Anteil verlustbringender Konten offenlegen.

Je höher der Hebel, desto schneller wird die Position ausgestoppt. Ein hoher Hebel verkürzt außerdem die zulässige Schwankungsbreite. Daher steht der Begriff immer im Zusammenhang mit Positionsgröße und Verlustgrenzen.

Ein einfaches Beispiel zur Wirkung auf den Gesamtbetrag: Bei Hebel 5 führt ein Verlust von 20 % im Basiswert zum Totalverlust des eingesetzten Betrags. Der Hebel wirkt also nicht nur auf Gewinne, sondern verkürzt die Verlustspanne, bevor eine Position geschlossen wird.

Quelle: ESMA: Produktinterventionsmaßnahmen CFD · Stand: Oktober 2026