Kurz erklärt: Knock-out-Zertifikat ist ein Hebelprodukt, das einen Basiswert nachbildet, aber sofort wertlos oder mit Restwert verfällt, sobald der Kurs eine festgelegte Knock-out-Schwelle berührt.
Der Anleger beteiligt sich fast eins zu eins an Kursänderungen eines Index, einer Aktie oder eines Rohstoffs. Dafür zahlt er nur einen Teil des Werts: Der Rest wird vom Emittenten finanziert und mit einem Finanzierungsniveau verrechnet.
Funktionsweise
Beim Long-Knock-out liegt die Schwelle unter dem aktuellen Kurs. Fällt der Basiswert darauf, endet das Produkt. Beispiel: Ein Index steht bei 18.000 Punkten, die Schwelle bei 17.000. Das Zertifikat kostet bei Bezugsverhältnis 100:1 rund 10 €. Fällt der Index auf 17.000, ist das Produkt in der Regel wertlos, selbst wenn er danach wieder steigt.
Besonderheiten
- Der Verlust ist auf den Einsatz begrenzt, kann aber 100 % betragen.
- Kein Zeitwertverlust wie bei Optionsscheinen, dafür laufende Finanzierungskosten im Kurs.
- Der Emittent kann bei Gaps die Schwelle nicht halten, deshalb gibt es auch Varianten mit Stop-Loss-Puffer.
Risiken
Zusätzlich besteht ein Emittentenrisiko: Fällt die ausgebende Bank aus, kann der Wert verloren gehen. Die Produkte sind in der Regel nicht für langfristiges Halten gedacht. Steuerlich wurde die frühere Verrechnungsgrenze für Verluste aus Termingeschäften ab 2025 aufgehoben; die Bank erfasst die Verluste im Topf „Sonstige“. Das Basisinformationsblatt (KID) nennt Hebel, Schwelle und Risikoklasse und sollte vor dem Kauf gelesen werden.
Auf Preisportalen der Emittenten lassen sich Produkte nach Hebel, Abstand zur Knock-out-Schwelle und Spread sortieren. Ein geringer Abstand erhöht den Hebel, aber auch die Gefahr des Ausknockens bereits durch kurze Kursausschläge.
Quelle: Deutsche Derivate Verband: Knock-out-Produkte · Stand: Oktober 2026