Keine Anlageberatung · Wertpapiere und Kryptowerte bergen Verlustrisiken

Trading & Derivate

Positionsgröße

Kurz erklärt: Positionsgröße legt fest, wie viel Kapital oder wie viele Stücke in einen einzelnen Trade investiert werden, und bestimmt damit, wie hoch der mögliche Verlust im Verhältnis zum Gesamtkapital ausfällt.

Im Risikomanagement entscheidet nicht die Trefferquote, sondern die Größe der einzelnen Einsätze über das Überleben eines Kontos. Eine verbreitete Faustregel ist, pro Trade höchstens 1 bis 2 % des Gesamtkapitals zu riskieren.

Berechnung

Die Formel lautet: Positionsgröße = riskierter Betrag geteilt durch Abstand zwischen Einstieg und Stop. Beispiel: Konto 20.000 €, Risiko 1 % = 200 €. Einstieg bei 50 €, Stop bei 47 € ergibt 3 € Risiko je Aktie. Die Positionsgröße beträgt 200 / 3 ≈ 66 Aktien, also knapp 3.300 € Einsatz.

Warum das wichtig ist

  • Eine Verlustserie von zehn Trades kostet bei 1 % Risiko rund 10 % des Kontos, bei 10 % Risiko dagegen etwa zwei Drittel.
  • Nach einem Verlust von 50 % braucht es 100 % Gewinn, um den Ausgangswert zurückzuholen.

Weitere Methoden

Alternativen sind feste Beträge, Volatilitätsanpassung nach ATR oder Kelly-Kriterium, das meist nur anteilig genutzt wird. Auch die Korrelation zwischen Positionen ist relevant: Zehn Aktien derselben Branche sind keine zehn unabhängigen Risiken.

Bei Hebelprodukten bezieht sich die Größe auf den möglichen Verlust, nicht auf den Einsatz. Die Berechnung ersetzt keine Einschätzung der Chancen, sie begrenzt nur Verluste.

Ein weiteres Beispiel: Bei zehn Positionen zu je 10 % des Kontos und einem Stop von 20 % beträgt das Risiko je Position 2 % des Kontos, insgesamt bis zu 20 %, wenn alle zugleich ausgelöst werden. Die Gesamtbetrachtung ist daher wichtiger als die einzelne Rechnung.

Quelle: Verbraucherzentrale/BaFin: Risiken beim Trading · Stand: Oktober 2026