Depot & Broker
Depot eröffnen: Ablauf, Unterlagen und Dauer

Ein Wertpapierdepot eröffnen Sie online in etwa 15 Minuten, danach folgt die Identitätsprüfung per Videoident, Postident oder eID. Die Freischaltung dauert meist zwischen wenigen Stunden und einigen Werktagen. Benötigt werden Personalausweis oder Reisepass, Steuer-ID und IBAN.
Die Depoteröffnung läuft in sechs Schritten: Anbieter wählen, Antrag ausfüllen, Identität prüfen lassen, Freistellungsauftrag erteilen, Referenzkonto bestätigen und Depot freischalten. Das Geldwäschegesetz verpflichtet Banken und Broker zur Identifizierung, deshalb ist kein Depot ohne Legitimation möglich. Unterlagen sind Ausweis, Steuer-ID, IBAN und Angaben zu Beruf und Anlageerfahrung.
Welche Unterlagen und Angaben brauchen Sie?
Für die Eröffnung brauchen Sie einen gültigen deutschen Personalausweis oder Reisepass, Ihre Steuer-Identifikationsnummer (elf Ziffern, nach § 139b Abgabenordnung vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben) und die IBAN eines Referenzkontos, das auf Ihren Namen läuft. Dazu kommen Angaben zu Wohnsitz, Beruf, Einkommensverhältnissen und Kenntnissen mit Wertpapieren.
Anbieter müssen laut Wertpapierhandelsgesetz prüfen, ob Produkte für Sie angemessen sind. Deshalb fragen sie nach bisherigen Erfahrungen. Die Antworten bestimmen, ob Sie später riskante Produkte wie Hebelprodukte handeln dürfen. Seien Sie ehrlich, denn die Einstufung dient auch Ihrem Schutz. Außerdem klären Anbieter, ob Sie US-Person im steuerlichen Sinn sind und ob Sie in anderen Ländern steuerpflichtig sind. Diese Angaben fordern internationale Meldeverfahren wie FATCA und der Common Reporting Standard.
Wie läuft die Eröffnung Schritt für Schritt ab?
Der Ablauf ist bei fast allen Anbietern ähnlich:
- Anbieter auswählen und Konditionen, Handelsplätze und Sicherheit prüfen.
- Online-Antrag mit persönlichen Daten, Steuer-ID und Referenzkonto ausfüllen.
- Identität bestätigen per Videoident, Postident oder eID.
- Freistellungsauftrag erteilen, damit Erträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben.
- Auf die Bestätigung und die Zugangsdaten warten, in der Regel per E-Mail und Post oder App.
- Geld auf das Verrechnungskonto überweisen und die erste Order planen.
Ein Depot allein hat keine Kontofunktion für Zahlungen. Zahlungen für Käufe laufen über das Verrechnungskonto. Wie die Wertpapiere im Insolvenzfall geschützt sind, erläutert der Beitrag zur Depotsicherheit.
Welche Legitimationsverfahren gibt es und wie lange dauern sie?
Die Identitätsprüfung ist das Nadelöhr der Eröffnung. Die Tabelle zeigt die gängigen Verfahren. Die Zeiträume sind Erfahrungswerte und hängen vom Anbieter ab.
| Verfahren | Ablauf | Typische Dauer bis zur Freischaltung |
|---|---|---|
| Videoident | Videogespräch mit Ausweisvorlage, Eingabe einer TAN | Wenige Stunden bis wenige Werktage |
| eID (Online-Ausweis) | Ausweis wird per App oder Lesegerät ausgelesen, PIN-Eingabe | Wenige Stunden bis wenige Werktage |
| Postident | Ausweisprüfung in der Postfiliale mit Formular | Etwa ein bis zwei Wochen |
| Bankident | Prüfung über ein bestehendes Konto bei einer anderen Bank | Meist wenige Werktage, nur bei manchen Anbietern |
Die Legitimation ist im Geldwäschegesetz geregelt, das Videoident und elektronische Ausweisverfahren ausdrücklich zulässt. Wenn Videoident wiederholt scheitert, liegt es meist an Licht, Verbindung oder Ausweis-Hologrammen, die nicht erkennbar sind. Das Verfahren lässt sich dann meist erneut starten.
Keine Anlageberatung: Wir nennen keine Anbieter zur Eröffnung. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss Preis- und Leistungsverzeichnis, Informationen zur Einlagensicherung und die Bedingungen zum Handel mit Derivaten. Geben Sie Zugangsdaten, TANs und Ausweisdaten ausschließlich auf der Website oder in der App des Anbieters ein. Betrüger nutzen gefälschte Depot-Angebote.
Was kostet ein Depot und worauf sollten Sie achten?
Ein Depot verursacht je nach Anbieter laufende Kosten (Depotführung, teils kostenlos), Ordergebühren, Spreads und Entgelte für Fremdwährungsgeschäfte oder Zusatzleistungen. Außerdem sind der Handelsplatz und das Angebot von Sparplänen unterschiedlich. Die Preise stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis, das Sie vor Vertragsabschluss herunterladen können.
Prüfen Sie zudem folgende Punkte: Bietet der Anbieter ein deutsches Depot mit automatischer Steuerabführung? Wie funktioniert der Zugang (App, Browser, Zwei-Faktor-Authentifizierung)? Welche Handelsplätze stehen zur Verfügung, etwa Xetra oder Tradegate Exchange? Gibt es einen Depotübertrag-Service? Die Entscheidung zwischen Direktbank, Filialbank und Neobroker erklärt der Beitrag zu den Depot-Modellen.
Legen Sie vor dem Antrag eine Checkliste mit Personalausweis, elfstelliger Steuer-Identifikationsnummer, IBAN des Referenzkontos und ausreichend Licht für das Videoident bereit. Wer die Online-Ausweisfunktion nutzen möchte, braucht den Ausweis-PIN (sechsstellig), den viele nicht mehr kennen. Prüfen Sie ihn vorher, denn ohne PIN scheitert die eID. Das Briefverfahren zur PIN-Rücksetzung dauert über eine Woche.
Was gilt bei Gemeinschafts-, Junior- und Firmendepots?
Neben dem Einzeldepot gibt es Gemeinschaftsdepots (Oder- oder Und-Depot) für Paare, Depots für Minderjährige und Depots für Unternehmen. Bei Gemeinschaftsdepots müssen beide Personen legitimiert werden, und beide haften für Verbindlichkeiten. Für Minderjährige sind die Eltern gesetzliche Vertreter, bei größeren Entscheidungen kann eine familiengerichtliche Genehmigung nötig sein. Firmendepots erfordern Handelsregisterauszug und Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten.
Welche Variante passt, hängt von Ihrer Situation ab. Bei Zusammenveranlagung von Ehepaaren steht ein gemeinsamer Sparerpauschbetrag von 2.000 Euro zur Verfügung, der über Freistellungsaufträge auf mehrere Depots verteilt werden kann. Weitere Tipps zur Verteilung enthält der Beitrag zum Freistellungsauftrag.
Wie schützen Sie Ihr Depot nach der Eröffnung?
Ist das Depot freigeschaltet, beginnt die Sicherheitsarbeit. Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung, nutzen Sie ein einzigartiges Passwort und installieren Sie die App nur aus den offiziellen Stores. Banken und Broker fragen niemals per E-Mail, SMS oder Telefon nach vollständigen Zugangsdaten oder TANs. Nachrichten mit Drohungen („Konto wird gesperrt“) sind typische Phishing-Muster. Öffnen Sie im Zweifel keine Links, sondern rufen Sie die Anbieter-Seite selbst auf.
Setzen Sie zudem Handelslimits, wenn die App das erlaubt, und prüfen Sie die Benachrichtigungen für Orders. Wenn Ihre Eröffnung abgelehnt wird, liegt das meist an unvollständigen Angaben, nicht passendem Wohnsitz, fehlender Steuer-ID oder einer gescheiterten Legitimation. Der Anbieter nennt den Grund meist auf Nachfrage. Wiederholen Sie den Antrag mit korrigierten Daten oder wählen Sie ein Verfahren, das besser funktioniert, etwa Postident statt Videoident.
Bewahren Sie Vertragsunterlagen, Bestätigungen und Abrechnungen digital auf. Sie benötigen sie später für die Steuererklärung, bei einem Depotübertrag und im Streitfall.
- Für die Depoteröffnung brauchen Sie Ausweis, Steuer-ID und eine IBAN auf Ihren Namen.
- Die Identität prüfen Anbieter per Videoident, eID, Postident oder Bankident.
- Die Freischaltung dauert je nach Verfahren Stunden bis zwei Wochen.
- Erteilen Sie direkt einen Freistellungsauftrag, damit Erträge bis zum Pauschbetrag steuerfrei bleiben.
- Prüfen Sie Preisverzeichnis, Handelsplätze und Sicherheitsangaben vor Vertragsschluss.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, ein Depot zu eröffnen?
Der Antrag dauert etwa 15 Minuten. Mit Videoident oder eID ist das Depot oft binnen weniger Werktage freigeschaltet, mit Postident dauert es länger.
Brauche ich die Steuer-ID?
Ja. Die Steuer-Identifikationsnummer wird benötigt, damit die Bank Freistellungsaufträge und Steuerabzug korrekt zuordnen kann.
Kann ich ein Depot ohne deutschen Wohnsitz eröffnen?
Das hängt vom Anbieter ab. Viele Anbieter verlangen einen Wohnsitz in Deutschland oder der EU, andere bieten Auslandsdepots mit eigenen Steuerregeln an.
Ist die Depoteröffnung kostenlos?
Die Eröffnung selbst ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Laufende Kosten entstehen durch Depotführung, Order und Spreads, je nach Preisverzeichnis.
Quellen
- Geldwäschegesetz (GwG) – Identifizierung
- Bundeszentralamt für Steuern – Steuerliche Identifikationsnummer
- BaFin – Verbraucherinformationen
Stand: Oktober 2026