Kurz erklärt: KGV: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) teilt den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie und zeigt, das Wievielfache des Jahresgewinns Anleger für die Aktie bezahlen.
Ein KGV von 15 heißt: Der Börsenwert entspricht dem Fünfzehnfachen des Jahresgewinns. Gewinnt ein Unternehmen 4 € je Aktie und kostet die Aktie 60 €, liegt das KGV bei 15.
Welcher Gewinn?
Das KGV wird auf unterschiedliche Gewinne bezogen. Das „trailing“ KGV nutzt die letzten zwölf Monate, das „forward“ KGV erwartete Zahlen. Das Shiller-KGV glättet über zehn Jahre und inflationsbereinigt Konjunkturschwankungen.
Einordnung
- Ein niedriges KGV kann günstige Bewertung bedeuten, aber auch schwache Erwartungen.
- Ein hohes KGV spiegelt oft Wachstumserwartungen wider.
- Vergleichbar sind vor allem Unternehmen derselben Branche.
Grenzen der Kennzahl
Verluste führen zu keinem sinnvollen KGV, einmalige Effekte verzerren den Gewinn, und Unternehmen mit hohen Schulden werden anders bewertet. Bilanzierungsregeln unterscheiden sich zwischen Ländern. Der Kehrwert, die Gewinnrendite, erlaubt einen Vergleich mit Zinsen.
Die Kennzahl liefert einen Anhaltspunkt, aber keine Antwort auf die Frage, ob sich eine Aktie lohnt. Sie wird häufig zusammen mit dem KBV, der Dividendenrendite und dem Gewinnwachstum gelesen.
Beispielrechnung mit Wachstum.
Unternehmen A hat ein KGV von 12 und wächst 2 % pro Jahr. Unternehmen B hat ein KGV von 30 und wächst 20 % pro Jahr. Wer nur auf die Kennzahl schaut, hält A für günstig. Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) setzt das KGV ins Verhältnis zum Wachstum und relativiert den Eindruck. Auch Zinsniveau, Verschuldung und Branchenrisiko beeinflussen, welches KGV angemessen ist.
Zusätzlich kann das KGV je Branche stark abweichen: Versorger notieren oft niedriger als Softwareunternehmen. Wer Zahlen vergleicht, benötigt daher stets Vergleichsgruppen und mehrere Jahre, um konjunkturelle Effekte zu glätten.
Quelle: Deutsche Börse Group: Fundamentalkennzahlen · Stand: Oktober 2026