Kurz erklärt: KBV: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) setzt den Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum Buchwert des Eigenkapitals je Aktie und gibt an, wie stark der Markt das Unternehmen über seinem Bilanzwert bewertet.
Der Buchwert ist das Eigenkapital laut Bilanz: Vermögen abzüglich Schulden. Teilt man ihn durch die Zahl der Aktien, erhält man den Buchwert je Aktie. Bei einem Kurs von 30 € und 20 € Buchwert je Aktie beträgt das KBV 1,5.
Was ein KBV unter 1 bedeuten kann
Notiert eine Aktie unter ihrem Buchwert, steht das Unternehmen an der Börse für weniger, als es bilanziell wert ist. Das kann auf Unterbewertung deuten, aber auch darauf, dass der Markt die Bilanzwerte anzweifelt, etwa wegen drohender Abschreibungen.
Wo es sinnvoll ist
- Banken und Versicherungen, deren Bilanz überwiegend aus Finanzwerten besteht.
- Immobilien- und Industrieunternehmen mit hohem Anlagevermögen.
Wo es weniger taugt
Bei Dienstleistern und Technologiefirmen steckt der Wert in Marken, Software oder Know-how, die in der Bilanz kaum auftauchen. Das KBV liegt dort oft weit über 5 und ist wenig aussagekräftig. Aktienrückkäufe können das Eigenkapital zudem mindern und die Kennzahl künstlich erhöhen.
Die Zahl wird üblicherweise mit Rentabilitätskennzahlen wie der Eigenkapitalrendite gelesen. Hohe Eigenkapitalrendite rechtfertigt ein höheres KBV, niedrige tendenziell ein niedrigeres.
Praxisbeispiel Bank.
Eine Bank mit 100 € Buchwert je Aktie, die zu 80 € notiert, hat ein KBV von 0,8. Der Markt rechnet mit Abschreibungen, etwa weil Kredite ausfallen könnten. Erweist sich die Bilanz als solide, kann die Bewertung zurück Richtung 1 laufen. Erweist sie sich als zu optimistisch, rechtfertigt sich der Abschlag. Das KBV beantwortet also eine Frage, löst aber nicht die Bewertung allein.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut: Bewertungskennzahlen · Stand: Oktober 2026