Kurz erklärt: Bullenmarkt ist eine längere Phase überwiegend steigender Kurse an einem Markt, getragen von optimistischen Erwartungen und wachsender Kauflust.
Der Begriff stammt aus dem Bild des Bullen, der seine Hörner nach oben stößt. Eine feste Definition gibt es nicht, in der Praxis gilt ein Anstieg von mindestens 20 % gegenüber dem letzten Tief als Faustregel.
Typische Merkmale
- Steigende Indizes über Monate oder Jahre.
- Wachsende Unternehmensgewinne oder zumindest entsprechende Erwartungen.
- Zunehmende Handelsumsätze und neue Anleger am Markt.
Wie lange er dauern kann
Der US-Aktienmarkt kannte nach 2009 einen Aufschwung von mehr als zehn Jahren; andere Aufwärtsphasen hielten nur wenige Monate. Rückschläge von 5 bis 10 % kommen auch im Bullenmarkt vor und bilden Korrekturen.
Gefahren der Euphorie
Am Ende langer Aufwärtsphasen können Bewertungen weit über historischen Mittelwerten liegen. Das sagt nichts über den Zeitpunkt eines Rückgangs aus, ist aber ein Faktor, den Analysten beobachten. Wer erst nach starken Gewinnen einsteigt, trägt womöglich ein anderes Risiko als jemand, der über Jahre regelmäßig investiert hat.
Im Alltag benutzt man das Wort auch für andere Anlageklassen wie Krypto oder Rohstoffe. Der Gegenbegriff ist der Bärenmarkt.
Gemessen werden solche Phasen meist an Indizes, etwa dem DAX oder dem MSCI World. Weil Indizes nur den Durchschnitt zeigen, können einzelne Aktien oder Branchen im selben Zeitraum fallen, während der Gesamtmarkt steigt.
Einen Bullenmarkt zu erkennen fällt meist erst im Rückblick leicht. In der Phase selbst sind Rückschläge und Seitwärtsbewegungen normal, und Prognosen über seine Dauer haben eine schlechte Trefferquote. Anleger beobachten ihn deshalb eher als Beschreibung als als Signal.
Quelle: Deutsche Bundesbank: Finanzstabilität und Marktphasen · Stand: Oktober 2026