Kurz erklärt: Rebalancing ist das regelmäßige Zurückführen eines Depots auf die ursprünglich festgelegte Gewichtung der Anlageklassen, indem zu stark gewachsene Positionen verkleinert und andere aufgestockt werden.
Mit der Zeit verschieben sich die Anteile durch Kursunterschiede. Ein Depot, das mit 70 % Aktien und 30 % Anleihen startete, kann nach starken Aktienjahren bei 80 % zu 20 % stehen. Damit steigt das Risiko, ohne dass bewusst entschieden wurde.
Wege des Rebalancings
- Zeitbasiert: einmal im Jahr oder halbjährlich.
- Schwellenbasiert: sobald eine Gewichtung um mehr als etwa fünf Prozentpunkte abweicht.
- Über Sparraten: Neue Einzahlungen fließen in die untergewichteten Anlagen, ohne zu verkaufen.
Kosten und Steuern
Jeder Verkauf löst Gebühren aus und kann zu steuerpflichtigen Gewinnen führen. Deshalb nutzen viele Anleger zunächst die Sparplanmethode, die steuerfrei möglich ist. Wer verkauft, sollte Sparerpauschbetrag und Verlustverrechnung im Blick haben.
Ein Zahlenbeispiel
Ein Depot von 50.000 € ist auf 30.000 € Aktien-ETF und 20.000 € Anleihen-ETF verteilt, Zielwert 60 zu 40. Steigt der Aktienanteil auf 36.000 €, beträgt das Verhältnis 64 zu 36. Zum Ausgleich werden etwa 2.000 € umgeschichtet.
Ob Rebalancing die Rendite erhöht, ist umstritten; es dient vor allem der Risikokontrolle. Es ist eine Methode, keine Empfehlung für eine bestimmte Aufteilung.
In der Praxis genügt vielen Anlegern ein Blick einmal im Jahr, zum Beispiel zum Jahreswechsel. Häufiger zu prüfen bringt selten Vorteile, weil Transaktionskosten und Steuern zunehmen. Wichtig ist, die Regel vorab festzulegen und sich daran zu halten.
Vorsicht bei der Umsetzung im ETF-Depot: Beim Verkauf greift das FIFO-Prinzip, und es können alte Anteile mit hohen Gewinnen betroffen sein. Wer die Steuerlast klein halten will, lenkt lieber Sparraten um.
Quelle: Verbraucherzentrale: Vermögensaufteilung · Stand: Oktober 2026