Keine Anlageberatung · Wertpapiere und Kryptowerte bergen Verlustrisiken

Börse & Handel

Börse

Kurz erklärt: Börse bezeichnet einen organisierten, überwachten Marktplatz, an dem Wertpapiere, Rohstoffe oder Derivate nach festen Regeln gehandelt werden und sich dabei ein Preis bildet.

Eine Börse führt Käufer und Verkäufer zusammen. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern das Regelwerk: Wer zugelassen wird, welche Produkte gehandelt werden dürfen und wie Aufträge ausgeführt werden, legt die Börsenordnung fest. In Deutschland unterliegen Börsen der Börsenaufsicht der Länder; die BaFin überwacht zusätzlich den Wertpapierhandel insgesamt.

Was an der Börse passiert

Anleger geben über ihre Bank oder ihren Broker Kauf- und Verkaufsaufträge ab. Diese laufen in ein Orderbuch, wo sie nach Preis und Zeitpunkt geordnet werden. Der Kurs entsteht dort, wo sich Angebot und Nachfrage treffen. Wer mehr zahlen will als der bisher günstigste Verkäufer verlangt, bekommt den Zuschlag; sinkt die Nachfrage, geben die Preise nach.

Primärmarkt und Sekundärmarkt

Neue Wertpapiere werden zunächst am Primärmarkt ausgegeben, etwa bei einem Börsengang. Der tägliche Handel findet dagegen am Sekundärmarkt statt: Hier wechseln bereits ausgegebene Papiere den Besitzer, das Unternehmen selbst erhält dafür kein Geld.

Börse ist nicht gleich Börse

  • Elektronische Handelssysteme wie Xetra gleichen Orders per Computer ab.
  • Regionalbörsen wie Stuttgart oder München arbeiten häufig mit Market Makern, die Preise stellen.
  • Terminbörsen wie die Eurex handeln Futures und Optionen.

Hinzu kommen Handelsplattformen, die rechtlich keine Börsen sind, aber ähnlich funktionieren. Für Privatanleger lohnt der Blick auf den gewählten Handelsplatz, weil Kosten, Handelszeiten und Ausführungsqualität je nach Platz abweichen können. Ein Kurs von einer Börse ist stets nur ein Marktpreis zu einem bestimmten Zeitpunkt, keine Aussage über den „wahren“ Wert eines Unternehmens.

Zur Börsenstruktur gehört auch die Trennung von Handel und Abwicklung: Nach dem Abschluss übernimmt ein Clearinghaus die Verrechnung, das Wertpapier wird zwei Handelstage später (T+2) oder, nach der Umstellung in der EU, schneller dem Depot gutgeschrieben.

Quelle: Börsengesetz (BörsG), Gesetze im Internet · Stand: Oktober 2026