Kurz erklärt: Tracking Difference ist die Abweichung der Wertentwicklung eines ETFs von der seines Vergleichsindex über einen Zeitraum, also die tatsächliche Differenz zwischen Fonds- und Indexrendite.
Ein ETF soll seinen Index abbilden, tut das aber nie ganz genau. Kosten, Steuern auf Dividenden, Kassehaltung und Handelsaufwand führen zu einer Abweichung. Sie wird meist pro Jahr in Prozentpunkten angegeben.
Beispiel
Der Index steigt in einem Jahr um 8,00 %, der ETF um 7,75 %. Die Tracking Difference beträgt −0,25 Prozentpunkte. Hat der ETF eine TER von 0,20 %, ist offenbar zusätzlich ein Rest von 0,05 Punkten zu erklären, etwa durch Handelskosten oder Quellensteuer.
Positiv statt negativ?
Gelegentlich liegt der ETF über dem Index. Das ist möglich, wenn der Fonds zusätzliche Erträge erzielt, etwa durch Wertpapierleihe, oder wenn er weniger Quellensteuer zahlt als der Index in seiner Berechnung annimmt. Swap-basierte ETFs können besonders genau abbilden, tragen aber ein Kontrahentenrisiko.
Abgrenzung zum Tracking Error
- Tracking Difference: die Höhe der Abweichung, eine Differenz der Renditen.
- Tracking Error: die Schwankung dieser Abweichung, also eine Standardabweichung.
Für den Vergleich zählt ein längerer Zeitraum, mindestens mehrere Jahre. Kurzfristige Werte schwanken stark und können Zufall sein. Die Angabe findet sich in Factsheets und bei Datenanbietern; sie ist für Anleger oft aussagekräftiger als die TER allein, weil sie die tatsächliche Wirkung aller Kosten zeigt.
Ein Beispiel für die Praxis: Vergleicht man zwei MSCI-World-ETFs über fünf Jahre und einer liegt 0,3 Prozentpunkte pro Jahr vor dem anderen, sind das auf 20.000 € rund 300 Euro Unterschied im Jahr. Solche Daten stellen Datenanbieter und die Fondsgesellschaften zur Verfügung.
Quelle: ESMA: Leitlinien zu ETFs und strukturierten OGAW · Stand: Oktober 2026