Kurz erklärt: TER (Total Expense Ratio) gibt die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds oder ETFs in Prozent des durchschnittlichen Fondsvermögens an.
In der TER sind Verwaltungsvergütung, Depotbank-Gebühren, Prüfungskosten und ähnliche laufende Posten enthalten. Sie wird nicht separat abgebucht, sondern im Anteilspreis täglich berücksichtigt. Bei 0,20 % TER fallen auf 10.000 € rund 20 € pro Jahr an.
Was nicht darin steckt
- Ordergebühren und Spread beim Kauf und Verkauf.
- Kosten im Fonds für Wertpapierhandel (Transaktionskosten), die gesondert ausgewiesen werden.
- Steuern und Depotgebühren des Brokers.
Wie sie wirkt
Kosten wirken über die Jahre wie ein negativer Zinseszins. Ein Beispiel: 10.000 € wachsen mit 6 % pro Jahr über 30 Jahre auf rund 57.400 €. Bei zusätzlichen 1 % Kosten sind es nur noch etwa 43.200 €. Die Differenz von mehr als 14.000 € stammt allein aus der Gebühr. Dieses Rechenbeispiel zeigt Größenordnungen, keine Prognose.
Unterschiede zwischen Fondstypen
Passive Aktien-ETFs liegen häufig unter 0,5 %, aktiv gemanagte Fonds oft deutlich darüber, teils über 1,5 %. Spezialthemen, Schwellenländer und Rohstoffe sind meist teurer als breite Industrieländerindizes.
Wichtig zur Einordnung: Die TER ist ein Kostenmerkmal, kein Qualitätsurteil. Zwei ETFs mit gleicher TER können sich in der Genauigkeit der Indexnachbildung unterscheiden, was die Tracking Difference zeigt.
Bei aktiv verwalteten Fonds kommen manchmal erfolgsabhängige Vergütungen (Performance Fees) hinzu, die gesondert ausgewiesen werden. Die Kostenquote wird im Jahresbericht festgestellt und rückblickend berechnet, sie kann sich daher von Jahr zu Jahr leicht ändern.
Ein Vergleichsbeispiel: Zwei ETFs auf denselben Index mit TER 0,07 % und 0,30 % unterscheiden sich bei 50.000 € um 115 € pro Jahr. Über Jahrzehnte summiert sich der Unterschied durch den Zinseszinseffekt spürbar, ohne dass er im Alltag auffiele.
Quelle: BaFin: Kosten bei Fonds · Stand: Oktober 2026